Der bewohnte und bisjetzt allein bekannte Theil von Kutu erscheint als ein nach Osten geöffneter Bergkessel. In ihn führen hinein die Karavanenstraßen vom Kingani-Mgeta über Dutumi, vom Rufidschi über Behobeho, vom Makata-Hochthal über die Pässe Mabruki und Goma und vom Ruaha durch das Thal des Msendasi über Mgunda.
Dutumi ist einer der fruchtbarsten Bezirke Kutus. In der Ebene von schwarzer, mit Sand gemischter Erde, welche die wildgezackten Kämme des Uruguru- (hier Mkambaka genannten) Gebirges nördlich umkränzen, werden auf den Feldern der ausgerodeten Waldungen Maniok, Bataten, Gurken, Sesam, Zuckerrohr und Bananen gebaut und Schafe, Ziegen und Hühner in großer Menge gezüchtet.
Im weitern Umkreis ist Dutumi von uncultivirbaren Strecken eingeschlossen. Folgt man dem nach dem Ort benannten Bach bis zur Mündung in den Mgeta bei Kiriru, so trifft man zuerst auf den Jegea-Sumpf, der in der Höhe der Regenzeit nicht zu durchwaten ist, sondern südlich umgangen werden muß; dann auf dornige Savannen und vereinzelte Waldpartien von Wollbäumen und Akazien und zuletzt auf einen schwarzschlammigen Boden mit Büscheln von hohem und hartem Gras. Zwischen dem durch Reisbau ausgezeichneten Kiriru und Kidunda wechselt ein durch Mimosen und Gummibäume geschmücktes parkähnliches, ziemlich wildreiches Land mit dichtem Dschungelgebüsch ab. Einen ähnlich niederschlagenden Eindruck macht die Landschaft westlich von Dutumi bis nach Sungomero. Hier erreicht das ohnehin lästige Savannengras die enorme Höhe von 4 m, die endlosen Wälder sind netzartig von Lianen durchzogen und fiebererzeugende Miasmen steigen auf aus den düstern, engen und schlüpfrigen Pfaden.
Freundlicher erscheint der Zugang ins Innere von Kutu von Behobeho aus. Der Ort selbst liegt mitten in einem ausgerodeten Urwald von Fächerpalmen, Wollbäumen, Akazien, riesigen Epheuranken und Farrnbäumen, in dem eine ungeheuere Menge von Pavianen haust; ein krystallhelles Wasser in sandigem Bett durchschneidet die kornreichen Gefilde. Westlich von Behobeho und jenseit eines niedrigen Höhenzuges eröffnet sich ein liebliches Thal mit Hainen oder breitern Lichtungen in den geschlossenen Waldungen und mündet in den Mgeta.
Die heißen Quellen von Madschijaweta entspringen auf der nördlichen Abdachung der Mgeta-Ruaha-Wasserscheide, am Fuße eines aus Granit gebildeten Höhenrückens; sie besitzen eine Temperatur von 52°–58° R. Das aufquellende, stark strömende Wasser formt durch Sinterabsonderung hohe Kegel. Reicht der unterirdische Druck nicht mehr hin, um die höher und höher werdenden Kegel zu überströmen, so bricht die Quelle an anderer Stelle durch die schuppigen Schichten von Kalktuff hervor. Thätige Kegel sind weich, außen grau, inwendig weiß. Die Sinterbildungen haben hellgelbe, rosarothe und rothbraune Färbungen. Das über Terrassen abfließende Wasser sammelt sich in einem Weiher von 60 m im Umfang, dessen Ränder brüchig sind und dessen aufsteigende Dämpfe eine unerträgliche Hitze verbreiten. Das Wasser der Quelle selbst ist klar, wohlschmeckend, wohlriechend und enthält sehr viel Kohlensäure. Es wirkt heilsam auf den menschlichen Organismus, namentlich soll es die hochgradigsten Verdauungsstörungen heben.
Steigt man über den Mabruki-Paß durch dorniges Gebüsch und auf abschüssigem, rothem Pfade abwärts, so erquickt das Auge der kornreiche Bezirk von Usiraha oder Mbwigwa und das von wilder Vegetation erfüllte, 48 km lange und 10–12 km breite Thal des Msendasi. Hier, in nächster Nähe der Quellen des Msegwe liegt Mgunda, so benannt nach einem Häuptling der Waniamwesi, der auf dem Marsch aus dem Innern dauernd sich hier niedergelassen und die ehemalige Bedeutung Sungomeros als Rastplatz der Karavanen auf diesen Ort übertragen hat.
Ueber einen Paß von niedrigen Hügeln kommt man von Mgunda den Msegwe entlang durch ein malerisch prächtiges Thal, in welches der Vilansi zwischen hohen, sumpfigen und wildbewachsenen Ufern mündet. Von hier aus schlingt sich der Pfad seitab von dem rechten Ufer des Msegwe durch ein zerschnittenes, mit Farrnkräutern und Sträuchern anmuthig bewachsenes Terrain, in dem verwitternder Basalt zu Tage tritt, nach den freundlichen Gefilden von Kiregwe.
Anders der Abstieg vom Rufutu-Gebirge über den Goma-Paß nach Sungomero. Kiahenge, ein Conglomerat elender Hütten, der erste bewohnte Ort, liegt am Fuße der Berge an der Vereinigung des Rufutu-Baches mit dem Mgeta. Einzelne Tamarinden stehen auf dem spärlichen, von Wasserrinnen zerrissenen Boden; erfrischend wirkt die klare, fieberfreie Luft und der weite Umblick auf die umliegenden Berge. Einen ähnlichen Anblick gewährt Msisi Mdogo (240 m), dessen Boden mit rothen, gelben und weißen Quarztrümmern übersäet ist. Der Weg zwischen beiden Plätzen führt über steile, rothbraune Hügel zwischen Gebüsch von Aloën und Euphorbien und Waldpartien von Kalebassen und Mimosen hindurch.
In der Ebene von Sungomero sammeln sich die Gewässer der nah umschließenden Hügel und Berge; sie finden bei der geringen Höhenlage von 153 m über dem Meere nur einen träg schleichenden Abfluß. Die fortwährenden, kaum während ein paar Wochen im Jahre aussetzenden Regenschauer, im Verein mit einer drückenden Mittagshitze und mit starken Thaufällen am Morgen vermehren die Feuchtigkeit der verdunstenden Bäche und Flüsse. Was gebaut wird an Korn, Taback und Kokospalmen, was wild wächst an Bang (rauchbarer Hanf) und an massenhaft vorkommenden Stechäpfeln, gedeiht in der üppigsten Fülle. Die Gegend lieferte früher den zahlreichen Karavanen eine unerschöpfliche Menge von Lebensmitteln, Fleisch ausgenommen; denn für Rindvieh ist kein geeignetes Gras und Weideland vorhanden. Die allmähliche Verringerung der Bevölkerung und der Feldarbeiter, vor allem die stets herrschende Fieberluft hat in dem letzten Jahrzehnt die Karavanen aus Sungomero nach dem ebenso fruchtbaren und dabei gesündern Mgunda gedrängt. Nach Thomson ist sogar der Name Sungomero verschollen und man kennt die Gegend nur noch unter der Bezeichnung Kisaki.