Grünhain, Stadt, 1911´ ü. M. mit 1694 E. Von dem früheren, 1238 gestifteten und 1553 säkularisirten Benediktinerkloster stehen noch einige Mauern. Die Klosterbibliothek ist nach Leipzig und Jena, das Archiv nach Kadan gebracht worden. 1429 haben die Hussiten, 1525 die Bauern, 1547 die Kaiserlichen die Stadt geplündert.

XXV. Route: Von Oberwiesenthal nach Schwarzenberg.

1. Ueber Rittersgrün. – Man besteigt von Oberwiesenthal, gleich oberhalb der Stadt auf einem Fusswege, den Fichtelberg, geniesst die Aussicht und wendet sich dem Gasthause »Neuhaus« zu, um rechts von Gottesgabe die Fahrstrasse einzuschlagen, welche über Tellerhäuser und Ehrenzipfel nach Rittersgrün führt. Aechte Gebirgswanderung; oft ringsum Wald und weithin nichts als Wald! Auf der Höhe geht es durch dichten Tann', sobald der Weg sich senkt, unter schattigen Buchen hin; eine ziemliche Strecke vor Rittersgrün schäumt immer zur Seite der Pöhlbach (nicht zu verwechseln mit der Pöhla bei Königswalde), von Absatz zu Absatz sich stürzend. Das grosse, etwas zerstreut gebaute Dorf Rittersgrün (2500 E.) wird durchschritten und im Pöhlthal entlang bis Raschau (2297 E.) gegangen, wo der uns begleitende Bach sich mit der Mittweida vereinigt. Dabei berührt man das reizend gelegene, einem Schweizerdorf ähnliche Klobenstein und das durch seine Eisenindustrie bekannte Grosspöhla (1235 E.). In Raschau trifft man die Annaberg-Schwarzenberger Chaussee, auf welcher man über Grünstädtel die Stadt Schwarzenberg in einer Stunde erreicht.

2. Ueber die Crottendorfer Marmorbrüche und Markersbach. – Man besteigt von Wiesenthal wiederum den Fichtelberg, wendet sich aber dann (am besten mit Führer) dem »Reitsteig« zu, den man von dem Aussichtsthurm, mit der Richtung nach Grünhain hin, in ungefähr 10 Minuten erreicht. Auf dem Reitsteig geht man rechts fort, bis ein (in ¼ St.) breiterer Weg fast senkrecht auf ihn stösst. Dies ist der Hirschfalzer Weg, den man gleichfalls rechts verfolgt, um auf die alte Joachimsthaler Fahrstrasse zu kommen. Nunmehr geht es links auf der gewonnenen Strasse, immer im Holze, gegen 2 Stunden dahin. Prächtige Waldwanderung: viele Nebenwege und Schneissen, welche zu benachbarten Revieren, wie »Katzenstein«, »Erbisleite« und »Thalerhaid« führen, kreuzen die Strasse, beirren aber nicht. Bei der ersten Lichtung kann man links in das schöne Mittweidathal hinabsteigen, wir aber bleiben auf unserer Strasse, bis ein Wegweiser rechts nach den Crottendorfer Marmorbrüchen zeigt. Diese Brüche, zu Christian des I. und August des Starken Zeit so geschätzt, sind jetzt ziemlich vernachlässigt und werden erst wieder in Schwung kommen, wenn die Eisenbahn an sie heranreicht. Von den Marmorbrüchen begeben wir uns nach dem im Mittweidathal gelegenen Nitzschhammer und von diesem nach Markersbach, wo wir die Chaussee gewinnen, welche von Annaberg nach Schwarzenberg führt.

XXVI. Route: Von Schwarzenberg über Johanngeorgenstadt nach Wildenthal.

Der Weg von Schwarzenberg nach Johanngeorgenstadt geht durch das hochromantische Schwarzwasserthal und lässt sich mit Post, genussreicher aber zu Fuss zurücklegen. Zunächst kommt man nach Erla, wo sich grossartige Schmelzhütten mit Giesserei und Walzwerk befinden. Darnach berührt man Antonshütte und Breitenhof. Bald nach letzterem Ort macht das Wasser eine scharfe Wendung und lässt so die Reize des Thales vortheilhaft hervortreten. Später erweitert sich das Thal, worauf man rechts nach Johanngeorgenstadt hinaufsteigt, während die Strasse im Grunde weiter, am Schiesshaus vorüber, nach Wittigsthal führt. Nachdem man Stadt und Umgegend betrachtet hat, begiebt man sich über Steinbach nach der sog. Sauschwemme, um von da, auf angenehmer Waldstrasse, dem majestätischen Auersberg (3134´), dem dritthöchsten Berge Sachsens, einen Besuch zu machen. Auf dem Gipfel ein dem früheren Oberforstmeister v. Lindenau errichtetes Denkmal. Von dem vorhandenen Aussichtsthurm ein prächtiger Blick auf Böhmen, das Voigtland, die Muldengegend und das sächsische Niederland. Man sieht den Fichtel- und Keilberg mit den umliegenden Genossen, den Rochlitzer Berg, den Petersberg bei Halle, den Kuhberg bei Rothenkirchen, die Schnarrtanner Höhe, den Hirschberg bei Karlsfeld und den Spitzberg bei Friebus, sowie dazwischen viele Dörfer und Städte. In der Nähe dichtes Fichtengrün, allseitig Berg und Hang bedeckend. – Vom Auersberg geht man hinab nach Wildenthal (517 E.) und hat damit das Tagesziel erreicht.

Johanngeorgenstadt, Stadt am Fastenberge, ob der Vereinigung des Breitenbaches und Schwarzwassers, 2267´ ü. M., mit 2402 E. Verdankt seine Entstehung evangelischer Glaubenstreue und ist, die jüngste Stadt Sachsens, von böhmischen Exulanten (namentlich aus Platten und Gottesgabe) 1654 erbaut worden. Hatte früher viel Bergbau; treibt aber neuerer Zeit besonders Handschuhmacherei, Bandzäckchenfabrikation und Kunsttischlerei. In der Nähe interessante Felspartien, so die »Teufelskanzel«, der »Schneiderfels« und die »Hefenklöse«. Die Stadt wurde 1867 durch eine grosse Feuersbrunst betroffen, hat sich aber seitdem so ziemlich wieder emporgearbeitet.

XXVII. Route: Von Wildenthal über Graslitz und Markneukirchen nach Bad Elster. (2 Tage.)