Die Bäuerin ist voll Staunen über die schönen Sachen und stellt sie stolz in ihre gute Stube, aber sie sind so schön, daß man merkt, sie gehören gar nicht hin, wo die alten wackligen Tische, die Stühle mit dem Strohgeflecht stehen.

Der Bauer sucht noch morgen und übermorgen, aber er findet nichts mehr. Am Abend sitzt er vor seinem Häuschen, schmaucht seine Pfeife und flickt am Sattelzeug seines Esels. Sieh, da staubt es auf der Landstraße, und eine Kutsche, mit zwei schönen Pferden bespannt, kommt dahergerollt.

Ein vornehmer Mann sitzt darin. Der Bauer grüßt und der Vornehme grüßt freundlich wieder. Er läßt halten.

„Kann man einen guten Schluck Landwein bei Euch haben, guter Mann?“ fragt der Vornehme.

„Ei freilich, Euer Ehren!“ antwortet der Bauer.

Da steigt der Mann aus seinem Wagen und geht in das Haus. Er trinkt sein Gläschen Wein und sieht verwundert Leuchter und Kanne und Spiegel und betrachtet sie von allen Seiten rundum, wieder und immer wieder.

„Freund,“ sagt er endlich zu dem Bauer, „wo habt Ihr diese Dinge her? Das ist uralte wunderbare Arbeit. Vor Jahrhunderten, wenn nicht vor Jahrtausenden muß diese Gegenstände ein Künstler geschaffen haben. Sie sind einen Scheffel Silber wert, und wie kommt es, daß sie in Eurem bescheidenen Hause stehen?“

Ein Wort gibt das andere, der Bauer will erst nichts von seinem Geheimnis erzählen, aber als er merkt, daß der Vornehme ein Mann von der Regierung ist, da berichtet er, wie alles hergegangen.

Der Fremde nickt und hat verstanden, und dann sagt er, daß er wiederkommen werde, und bedeutet dem Bauer, seine Schätze wohl aufzuheben, denn man würde sie ihm zu hohem Preise abkaufen. Dann fährt er davon.

Nach drei Tagen rollen zwei Kutschen vor des Bauern Haus. Der Vornehme ist wieder da, und noch sechs andere Herren in feinen Röcken und mit goldenen Brillen auf der Nase sind bei ihm. Alle betrachten die alten Schätze, und dann fahren sie hinaus auf den Acker und bedeuten dem Bauer, mit einigen Arbeitern, mit Schaufeln und Picken nachzukommen.