„Christian,“ sagte der Professor, „was willst du hier allein ohne mich auf der Erde? Wir gehören zusammen, also komm mit!“

„Ja,“ meinte der alte Diener, „das ist wohl das Beste, denn was wollen der Herr Professor ohne mich im Himmel anfangen? Herr Professor haben ein schlechtes Gedächtnis, verlegen fortwährend Brille und Schnupftabaksdose und Taschentuch und Schirm, vergessen Hut und Mantel beim Spazierengehen, da ist es besser, ich komme mit. Und was tue ich auch allein auf der Welt!“

„Mir ist es recht!“ meinte der Tod. „Die Uhr des alten Christian tickt auch nur noch schwach. Da ist es ein Abmachen!“

„Gut,“ sagte der Professor, erhob sich aus seinem tiefen Stuhle, nahm noch schnell eine Prise und schritt zur Tür.

„Halt!“ rief Christian, „vergessen Sie Ihren Schirm nicht, denn nun kriegen wir keinen wieder.“

Da schritten sie denn mit dem Tode davon, und in Sturmessausen ging es hinauf zum Himmel. Es dauerte gar nicht lange, so standen sie droben am Himmelstor, und Petrus kam, sie zu begrüßen. Der Tod aber machte seine Verbeugung und ging davon, denn er hatte alle Hände voll zu tun.

„Ah, Sie sind der berühmte Professor Quadratwurzel,“ sagte Petrus und strich seinen weißen Bart.

„Nein, nein,“ entgegnete der Professor, „so heiße ich nicht, ich habe nur ein dickes Buch über Quadratwurzeln geschrieben!“

„So, so!“ meinte Petrus, „das habe ich verwechselt! Aber nun kommen Sie, ich werde Ihnen einen guten Platz am Himmelsfenster aussuchen, da können Sie den ganzen Tag die Sterne sehen. Zu den anderen Professoren dürfen Sie nicht; jeder von ihnen sitzt allein, denn sonst streiten sie sich von früh bis spät, und Streit darf nicht sein im Himmel. Hier gleich links, Zimmer Nr. 3, gibt es die Flügel, denn Flügel müssen Sie haben im Himmel, sonst sind Sie nur ein halber Engel.“

„Ach,“ seufzte der Professor, „ich möchte noch gar nicht in den Himmel! Kann ich den lieben Gott nicht persönlich sprechen? Ich wollte ihm eine Bitte vortragen!“