„Von wem denn aber? möcht ich wissen,“ eiferte Friederici — „kein Gericht nimmt Sie in Haft, wenn Sie nicht richterlich dazu verurteilt sind.“ — „Um so besser! So mag die Schulbehörde nach Belieben drohen — und mag Strafen verhängen, so viel sie Lust hat — was tut’s, wenn sich kein Vollstrecker findet, kein Gerichtsvollzieher ... Übrigens, der soll nur kommen! Mit leeren Händen muß er wieder abziehn!“ — „Wieso das?“ — „Weil er nichts finden wird, was mein ist! Das Mobiliar ist von meiner Frau in die Ehe gebracht, und da wir nach märkischem Rechte geheiratet haben, besteht keine Gütergemeinschaft.“

Während die anderen pfiffig Beifall lächelten, meinte Friederici in seiner polternden Weise: „Ach was, Gerichtsvollzieher! Unsinn! Der hat in Ihrem Falle gar nichts zu schaffen — es liegt ja kein Richterspruch gegen Sie vor!“ — „Gut also! Es wird weiter unterrichtet! Festhalten! Immer fest!“ Aufgeregt erhob man sich von den Plätzen, in ein freies Durcheinander war die Beratung aufgelöst.

Und dann saß ich in der polternden Eisenbahn. Draußen auf der Wuhlheide lag dunstig die Novembernacht. Im Finstern lauerte und tappte etwas Unheimliches: Eine Tatze, die mir mit einem Maulkorbe zum Munde fahren wollte. Aber warte nur, täppisches Ungeheuer, — ob dir nicht Löweneckerchen entwischt und spöttisch eins pfeift!

Steht Wahrheit bei

Und rühmt sie frei,

Laßt euch das Maul nicht binden!

Es hang ihr an

Jedweder Mann,

Und keiner bleib dahinten!

Daß diese Trutzweise in der rohen Zeit des dreißigjährigen Krieges erschallen konnte, verdient allen Respekt. Im neunzehnten Jahrhundert kam eine andere Losung auf — in der Residenz Preußens sang man: