Bruno Wille, Offenbarungen des Wacholderbaums. Roman eines Allsehers. Fünftes Tausend. Zwei Bände. br. M 8.—, geb. M 10.—.

Kunst, Philosophie, Naturwissenschaft und Religion schließt dies Buch zu einer harmonischen Weltanschauung in Romanform zusammen.

Friedrich Paulsen: Es ist ein eigenartiges, man wird sagen dürfen einzigartiges Buch, Roman, Lebenserinnerungen, philosophische Dialoge, spekulative Reflexionen, Traumbilder, endlich Gedichte, Gedichte von wunderbarer Stimmungskraft und Gewalt der Sprache, alles dies ist hier zu einem erstaunlichen Ganzen verwoben. Th. Storm hat nicht mit größerer Sicherheit und Kraft den Leser die Enthüllung eines furchtbaren Geheimnisses vom ersten Aufdämmern bis zur vollendeten Gewißheit miterleben lassen, als es hier geschieht. Und ein anderes erinnert mich an den Dichter meiner Heimat: die vollendete Meisterschaft, womit Natur, Boden und Menschenschicksal zur Einheit verflochten sind. Der Boden, auf dem diese Geschichte spielt, ist die Mark; die schwermütige Seele der märkischen Landschaft, die Einsamkeit und Stille von See und Wald, von Heide und Moor, von Sumpf und Fließ, sie ist nie so rein in poetisch-musikalische Stimmung umgesetzt als in diesen Schilderungen und Gedichten.


Bruno Wille, Der heilige Hain. Gedichte br. M 3.—, geb. M 4.50

Julius Hart: „Der heilige Hain“ heißt der Band der Gedichte, in dem Bruno Wille die ganze Ernte seines lyrischen Schaffens darbietet. In voller herbstlicher Reife, mit Früchten behangen, steht der Baum einer Dichtung vor uns. Alles, was der Künstler und Mensch besitzt und uns geben kann, gibt er uns auch in diesem Buche: die Quintessenz seiner Persönlichkeit, seinen Lebensgrund und sein Lebensgrundwerk. Und mit höchstem Rechte redet er vom heiligen Hain. Kein anderes Titelwort gebührt dem Buche so sehr wie dieses. Die Willesche Dichtung, ein Hirten- und ein Schalmeiengesang, eine aus dem tiefsten Naturgefühl und Naturbewußtsein hervorgeholte echt-arkadische Weise, schwärmerischer und naiv-sentimentaler Ausdruck des polytheistischen Pantheismus, der den Anfang und den Urgrund aller unserer Religionen ist, mit dem der Mensch religionschöpfend auftrat — diese Willesche Kunst ist ein einziges großes Gedicht auf jene älteste Welt, in der alle Dinge beseelt sind. Sie ist durch und durch Naturmythik, der mythologische Ausdruck, wie er eine Rigveda-, eine skaldische Poesie beherrscht.