Sie sah wieder das gerötete, lebhafte Antlitz vor sich, dessen kühler, ruhiger Ausdruck wie umgewandelt war, die leuchtenden Augen, die von verhaltener Leidenschaft vibrierende Stimme — die ganze Glut des Mannes, die sie erschreckt und doch einen Zauber auf sie ausgeübt hatte. Ob er sie liebte? Mochten seine Sünden gegen sie so groß sein, wie sie wollten, mochte sie vor ihm zurückbeben und ihn hassen, so sehr sie wollte, daran war wenigstens kein Zweifel.

»Ja,« sprach sie in sehr leisem Tone, »er liebt mich. Davon kannst du fest überzeugt sein.«

»Dann ist wohl nichts an der Sache zu ändern,« meinte Lady Agathe verzweifelt, »aber was die Herzogin sagen wird —«

»Es kommt gar nicht weiter in Betracht, Tante, was die Herzogin sagen wird. Onkel Jasper willigt ein, wie du weißt. Das ist genug, um mir mein Vermögen zu sichern, und folglich alles, was nötig ist,« fiel ihr Florence mit einer Bewegung der Gereiztheit ins Wort.

»Liebe Florence, ich muß dich noch etwas fragen. Wenn diese Heirat wirklich stattfinden soll, wünschest du, daß die Verlobung geheimgehalten wird?«

»Geheim?«

Einen Augenblick wandte sich Florence mit blitzenden Augen um. »Nein, ich schäme mich nicht dessen, was ich tue! Weshalb sollte sie geheimgehalten werden?«

»Liebes Herz, ich hoffte, du würdest verstehen, was ich meinte,« stammelte Lady Agathe ängstlich. »In Anbetracht all der — unseligen Klatschereien, die das schreckliche Gewitter verursacht hat, würde es besser sein, sie noch nicht zu veröffentlichen. Du weißt, die Leute lassen sich nicht den Mund verbieten — es ist schändlich, aber sie werden —«

Florence drehte sich jäh um.