»Von der Herzogin? So?«
»Ja.«
Sie erzählte ihm dann kurz den Inhalt des Schreibens, und daß sie es abgelehnt, ihre Patin nach der Schweiz zu begleiten.
»Da du der Herzogin geschrieben hast, so ergriffst du vermutlich die Gelegenheit, sie von unserer Verlobung in Kenntnis zu setzen?« fragte Talbot Chichester zögernd.
»O! Von unserer Verlobung?« Florence zog die Hände unter dem Kopf fort und verschränkte sie im Schoß. »Nein,« sagte sie ruhig, »um dir die Wahrheit zu gestehen, das habe ich nicht getan. Ich habe natürlich daran gedacht, aber ich kam zu dem Entschlusse, daß es viel besser ist, damit zu warten, bis sie glücklich in Pontresina ist und ihren Ärger darüber, daß ich nicht mit ihr gehe, überwunden hat.« Sie lachte schelmisch.
»Aber ich bin nicht derselben Ansicht,« erwiderte Chichester ernst; das Lächeln, mit dem er auf ihr Lachen geantwortet, war nur sehr matt. »Die Stellung, die Ihre Durchlaucht dir gegenüber einnimmt, erheischt es von mir, daß ich sie von unserer Verlobung unterrichte und ihre Einwilligung in unsere Heirat erbitte, wie ich es bei Sir Jasper tat. Ich wollte es sofort tun, aber du schienst es vorzuziehen, es selbst zu übernehmen, obgleich ich gestehen muß, daß ich den Grund nicht recht begriff.«
»Einen Grund hatte es nicht; es war eine Laune von mir, es ihr selbst zu erzählen — warum, weiß ich nicht.«
»Natürlich fügte ich mich, da es dein Wunsch war,« fuhr Chichester fort, »es ist freilich wahr, daß es in gewissem Sinne nur eine Form ist, aber ich finde doch, es müßte geschehen.«
»Nur eine Form? O, du glaubst also nicht, daß sie etwas dagegen haben wird?« fragte Florence wieder.