Sie setzte sich aufrecht und heftete lächelnd ihre schelmisch blitzenden Augen auf das verwunderte und fragende Antlitz ihres Bräutigams. »Ja — wir sind heute abend alle sehr langweilig, und deshalb will ich es tun.«
Harry und Cis waren vor dem Fenster stehen geblieben, und sie winkte ihnen lustig, hereinzukommen. Und vor diesem nicht wenig erstaunten Publikum erzählte sie harmlos plaudernd ihre Begegnung mit Everard Leath.
Nach manchen vorwurfsvollen Worten über den Leichtsinn der schönen Cousine schlenderten Cis und Harry davon, und Roy, noch immer gähnend, folgte ihnen. Florence blickte den dreien nach, bis sie verschwanden, und schaute dann mit einem Lächeln zu ihrem Verlobten empor, der aber keinen freundlichen Blick für sie hatte, denn sein Antlitz war ernst, fast finster. Sie sah ihn mit immer größer werdenden Augen und fest aufeinandergepreßten Lippen an und berührte dann leise seinen Arm.
»Was ist denn los?«
»Los?«
»Ja, du siehst auf einmal unheimlich ernst aus. Vielleicht, weil ich sagte, ich wollte Roy meine Höhle zeigen, und dir nicht anbot, mitzugehen? Sei nur recht artig, dann sollst du nächstens auch einmal hin. So!«
In ihren Augen blitzte es wieder schalkhaft auf. Sie sprach, als gelte es, ein verdrießliches Kind zu beschwichtigen. Die meisten Männer, die in sie verliebt gewesen, würden sie unwiderstehlich gefunden haben. Chichester blieb ebenso ernst wie vorher. Er nahm die Hand, mit der sie ihm den Arm gestreichelt hatte. Dann begann er in seiner gehaltenen Weise ihr Vorwürfe über ihr unverantwortlich unvorsichtiges Benehmen gegen den Unbekannten zu machen.
»Du darfst deine eigene Stellung und Würde nicht vergessen,« schloß er.
»Und doch bin ich so stolz, wie es kein Mensch ahnt,« meinte das junge Mädchen sinnend, als spräche sie zu sich selbst. Sie blickte ihn wieder an.
»Du magst recht haben,« fuhr sie dann fort. »Ich vergesse meine Würde wohl mitunter. Weißt du, es ist mir gar nicht eingefallen, daß die einzig richtige Handlungsweise gewesen wäre, den Menschen naß werden zu lassen. Welch ein Glück, daß du so etwas nie tun könntest.«