Dieses wahre Mass ist nun wichtig für die Berechnung des Koeffizienten. In der Rubrik „Berechnung“ ist dieselbe ausgeführt. Bei der Besprechung des wahren Masses sahen wir, wie wir z. B. bei Platte 1 fanden, dass die gezählten Organismen auf dieser Platte den 0.0001. Teil der in 1 ccm enthaltenen Wesen bilden. Beziehen wir aber die gezählte Zahl auf das ganze Flüssigkeitsvolumen von 500 ccm (erste Verdünnung), so haben wir nur 5000.0001 gezählt, das ist der 50000001 = 5000000. Teil. Finden wir also auf der ersten Platte in 0.1 ccm der Verdünnung 1:1000 2024 Limnochlide-Fäden, so wissen wir, dass wir in dem ganzen Fange 2024 × 5000000 Limnochlide ungefähr werden finden müssen, was 10120 Millionen ergeben, eine Zahl, deren Fehler durch weitere Zählungen eingeschränkt wird.
Haben wir eine Spezies während mehrerer Platten gezählt und sehen wir, dass wir abbrechen können[CI], dann handelt es sich darum, den Koeffizienten für die Summe der gezählten Individuen zu finden. Zu dem Zwecke addieren wir die wahren Masse aller der Platten, auf denen diese Spezies beobachtet wurde, und verfahren wie oben für eine Platte angegeben ist. Wir haben z. B. für Limnochlide fünf Platten gezählt (1–5) und finden die Zahlen 2024, 1835, 2048, 1954, 1792, Summe 9653. Die Summe der wahren Masse für diese fünf Platten ist 5 × 0.0001 = 0.0005, dann erhalten wir 5000.0005 = 1000000 als Koeffizienten der Summe. Die gezählten Individuen 9653 bilden also den 1000000sten Teil aller im Fang vorhandenen Limnochlide, das ergiebt 9653000000 Limnochlide. Habe ich Spirogyra erst von der zwölften Platte bis zur zwanzigsten gezählt, so summieren für diese Alge nur die wahren Masse dieser Nummern, also Summe 12–20 = 0.51, und wir erhalten den Koeffizienten 980.
[CI] Siehe oben [S. 275] u. [276].
Durch die letzteren Betrachtungen sind wir nun schon bei den Horizontalreihen angelangt.
In einer Spalte derselben stehen die Namen der Organismen, die sich in dem gezählten Fange befanden. Rechts davon sind dann die Ergebnisse der Zählung jeder einzelnen Platte angegeben und zwar in der Rubrik, deren Kopfzahl der betreffenden Platte entspricht. Hört man auf, einen Organismus mitzuzählen, so steht in der Rubrik der betreffenden Platte ein Fragezeichen. Wird auf einer Platte von einer Spezies kein Individuum gefunden, so steht natürlich eine Null. Ist dagegen eine Spezies beobachtet, aber auf einigen Platten nicht mitgezählt, wie z. B. bei Spirogyra 1–11, so wird auch hier ein Fragezeichen gesetzt.
In den beiden letzten Spalten sind zuerst die Summen der gezählten Individuen jeder Spezies angegeben, dann die Platten, auf denen diese Organismen gezählt wurden.
Um nun die Gesamtsumme der in dem Fang vorhandenen Tier- und Pflanzenindividuen zu finden, brauchen wir nur die Summe der gezählten Organismen mit dem Koeffizienten, welcher der angewendeten Plattenzahl entspricht, zu multiplizieren. So haben wir bei Limnochlide 9653 Fäden gezählt, und zwar auf Platte 1–5, der Koeffizient der Platten 1–5 ist 1000000, also sind im ganzen Fange 9653000000 Limnochlide-Fäden vorhanden.
Diese Gesamtsumme „Gezählte Masse“ steht in einer Rubrik vor den Namen, damit man mit diesen das Endresultat sogleich übersieht.
Vor der letzteren Rubrik finden wir eine solche mit der Überschrift „Ganze Masse“. Wie wir oben gesehen haben, wird nicht die ganze Wassersäule filtriert, die dem Querschnitte des Netzes und der Tiefe des Wassers, bis zu der das Netz herabgelassen wurde, entspricht, sondern ein kleiner Teil fliesst über den Netzrand ab. Hensen hat deshalb für jedes Netz den Filtrationskoeffizienten[CII] berechnet, der besagt, mit welcher Zahl man Volumen oder Anzahl der Organismen eines Fanges multiplizieren muss, um die wirklichen Werte zu finden, wenn die ganze Flüssigkeitssäule filtriert worden wäre. In unserem Falle war der Koeffizient 1.034. Von Leptodora waren z. B. 371 Individuen im Fange. In der Wassersäule von 0.1 qm Querschnitt und 5 m Höhe waren aber 371 × 1.034 = 384 Individuen vorhanden. In Folgendem habe ich aber die Zahlen der gezählten Masse benutzt.
[CII] [Planktonwerk] S. 10–13.