»Und — und es ist alles erledigt und abgetan?« fragte Lady Agathe stockend.

»Ja. Es wird nie wieder ein Wort zwischen uns über die Sache verloren werden. Sie ist ganz und gar erledigt. Ist das alles, Tante Agathe?«

»Ja, mein Kind. Ach, mir fällt ein Stein vom Herzen, Florence! Ich fürchtete — ich weiß wirklich nicht recht, was ich eigentlich fürchtete! Es ist sonderbar, finde ich, daß Herr Chichester fortgefahren ist, ohne mit mir oder deinem Onkel zu reden, aber das tut weiter nichts. Er wird wohl zu Tische kommen, nicht wahr?« Mit einem Seufzer der Erleichterung trocknete sich Lady Agathe die Augen. »Wirklich, liebes Herz, du siehst zu blaß aus, um auszureiten! Fühlst du dich auch wohl genug dazu? Wohin willst du?«

»Ich will nach Lychet Hut. Ich kann nicht gut anders, als Herrn Leath für die Freundlichkeit danken, die er mir gestern erzeigt hat.«

»Florence!«

Ihre Tante schlug entsetzt die Hände zusammen.

»Dahin willst du! Und allein? Kind, Kind, das darfst du nicht — wirklich nicht! Das kann ich nicht zugeben!«

»Ich bitte um Entschuldigung, Tante Agathe,« sprach Florence kalt, »du vergißt wohl, daß, obgleich ich in deinem und Onkel Jaspers Hause wohne, ich doch mein eigener Herr bin und immer gewesen bin! Es tut mir leid, etwas zu tun, was dir nicht lieb ist, aber ich reite auf alle Fälle nach Lychet Hut.«

»Ach du meine Güte!« klagte Lady Agathe. »Bitte, mein Liebling, bedenke doch! Was wird Talbot Chichester sagen, wenn du nach Lychet Hut gehst?«

»Nichts —.« Das junge Mädchen schritt auf die Haustür zu, während ein seltsames, bitteres Lächeln ihre Lippen umspielte. »Nichts,« versetzte sie kurz. »Als ich sagte, alles sei abgetan und erledigt, hast du mich mißverstanden, Tante. Mein Gehen und Kommen geht Herrn Chichester nichts weiter an. Unsere Verlobung ist zurückgegangen. Ich habe mich geweigert, ihn zu heiraten.«