Everard Leath, der rauchend in der Tür seines Hauses stand und auf seinen durchweichten Garten hinausschaute, war so in Gedanken vertieft, daß, obgleich er den näherkommenden Hufschlag eines Pferdes vernahm, er doch nicht die Augen nach der Chaussee wandte, um zu sehen, wer der Reiter sei. So kam es, daß Florence auf ihrer Stute in die Pforte eingebogen und dicht bei ihm war, ehe er sie gewahr wurde.

»Gräfin Esmond!«

Sie war zu schnell und behende, um seiner Hilfe zu bedürfen, und war vom Pferde herunter, ehe er sich dessen versah.

»Sind Sie es wirklich?«

»Freilich, Herr Leath, und diesmal von keinem Gewitter hierherverschlagen.«

Sie lächelte und war sehr bleich; als sie ihm die Hand hinhielt, lag auf ihrem Antlitz ein Ausdruck, den er noch nie gesehen. Als er ihre Hand nahm, fühlte er, daß das Schlimmste, was er für sie gefürchtet, eingetreten sei, und er konnte nichts tun, als sie ansehen.

»Mich führte der Wunsch her, Ihnen für Ihre große Freundlichkeit zu danken.«

»Das war ganz unnötig.«

Bestürzt, verwundert wie er war, wußte er kaum, daß er ihre Hand noch immer festhielt, noch bemerkte sie es. »Ich weiß Ihre Güte wohl zu schätzen, Gräfin, aber ich hoffe, Sie wissen, daß alles, was ich für Sie tun konnte, gern geschehen ist.«

»Das sagten Sie gestern abend, und ich glaubte Ihnen, aber ich danke Ihnen nichtsdestoweniger.« Sie entzog ihm ihre Hand und trat ein wenig zurück. »Sie sehen mich sehr sonderbar an, Herr Leath! Weshalb?«