»Ein wenig, aber es geziemt mir, auf Sie zu warten.« Er lächelte auf seine ernste Art. »Sie sehen abgespannt aus, Florence, — Sie sind sehr schnell gegangen, — das hätten Sie meinetwegen nicht tun sollen. Dort steht eine Bank. Sollen wir uns setzen?«
Sie machte eine zustimmende Bewegung, und während sie sich setzten, ließ er sehr langsam ihre Hand los, die er bis jetzt festgehalten hatte. Florence schlug die Augen nicht auf. Sie hatte gesehen, daß er sie ansah, wie er sie am gestrigen Tage angesehen hatte, und das war genug. Es war ein Glück, daß er sich so beherrschte, dachte sie und bemühte sich, ihre innere Angst zu verbergen; wenn die Sache nicht schlimmer wurde als so, konnte sie es ertragen. Er hatte sie allerdings bei ihrem Vornamen genannt, und das Recht mußte sie ihm wohl zugestehen. Aber er hätte mehr tun oder sagen können, wo jeder Blick, jeder Ton eine Liebkosung war? Der Gedanke durchzuckte sie, wie wunderschön es hätte sein müssen, so neben ihm zu sitzen, wenn sie ihn geliebt hätte!
Er brach das Schweigen, nachdem er prüfend in ihr gesenktes Antlitz geschaut.
»Sie sind sehr bleich,« sagte er sanft, »aber das ist nicht zum Verwundern. Ich fürchte, Sie haben in der letzten Nacht nicht geschlafen?«
»Ich habe es gar nicht versucht.«
»Armes Kind! Sie müssen es heute nacht nachholen. Soll ich weiterreden, oder möchten Sie lieber, daß ich es nicht täte? Wird es Ihnen zuviel?«
»Es wird mir nicht zuviel. Ich kann Sie sehr gut anhören. Sagen Sie mir, bitte, alles, was Sie mir zu sagen haben,« sprach Florence gelassen.
»Nun gut. Wir haben gestern so vieles besprochen, daß zum Glück sehr wenig übrigbleibt.«
Er nahm ein Band, das an ihrem Kleide herabhing, und wickelte es um die Finger.
»Haben Sie gestern eine Unterredung mit Sir Jasper gehabt?«