»Es handelt sich natürlich um meine Verlobung. Lassen Sie mich ganz offen und deutlich reden. Nun denn, ich bin mündig und habe Herrn Leath versprochen, ihn zu heiraten. Nichts wird an meinem Entschlusse etwas ändern. Bleiben wir beide am Leben, so werde ich sicher seine Frau. Was auch geschehen möge, ich werde ihm mein Wort nicht brechen, und das weiß er.«

»Gütiger Himmel, Kind! Du mußt verrückt geworden sein! Du willst mir doch nicht sagen, daß du in ihn verliebt bist?«

»Weshalb nicht? Könnte es einen besseren Grund geben, ihn zu heiraten?«

»Du hast ein empfänglicheres Herz, als ich dir zugetraut habe, Florence! Vielleicht hattest du dich auch in Herrn Chichester verliebt?«

»Nein, ich war niemals in Herrn Chichester verliebt.«

»Und du gestehst geradezu, in diesen Menschen verliebt zu sein?«

»Jedenfalls will ich ihn heiraten. Wir wollen es dabei bewenden lassen. Und nennen Sie ihn, bitte, nicht ›diesen Menschen‹. Das ist nicht sehr fein. Ich glaube zwar nicht, daß er je im Leben eine Herzogin gesehen hat, aber ich bin überzeugt davon, daß er Durchlaucht nie ›diese Frau‹ nennen würde.«

»Du weigerst dich also, mit ihm zu brechen?«

»Ja, entschieden! Ich werde ihn heiraten.«

»Nun gut!« Die Herzogin lehnte sich vorwurfsvoll zurück. »Jetzt höre mich an, Florence! Durch die unglaubliche Verrücktheit von Sir Jasper Mortlake — ich darf kein Blatt vor den Mund nehmen, Agathe, und ich wiederhole: unglaubliche Verrücktheit — hast du, die du bei deiner gesellschaftlichen Stellung, deiner Schönheit, deinem Vermögen die glänzendste Partie hättest machen können — die Einwilligung eines der Vormünder zu dieser schmachvollen Heirat erlangt, durch die du dich zugrunde richten wirst. Nun mache dir klar, daß du meine Zustimmung nie erhalten wirst. Was deine Verwandten hier tun werden, kommt für mich nicht in Betracht: ich maße mir nicht an, ihnen Vorschriften machen zu wollen. Wenn sie diesen Menschen als deinen Mann bei sich sehen wollen, so ist es gut. Ich aber habe nichts mehr mit dir zu tun, sobald du seine Frau bist. Und damit basta!«