Ihr blühendes Gesicht war blaß vor Zorn geworden, und Florence wußte, daß nichts sie von diesem Entschlusse abbringen würde.

»Das habe ich gar nicht anders erwartet, und ich beklage mich nicht,« sprach sie ruhig, »aber selbst wenn die ganze Welt sich von mir lossagte, so würde ich doch mein Wort halten und Herrn Leath heiraten. Ich kenne den Preis, den ich zu zahlen habe, und ich bin willens, ihn zu zahlen!« Sie machte einen Schritt auf die Tür zu und fragte in demselben gelassenen Tone: »Haben Durchlaucht mir noch sonst irgend etwas zu sagen, ehe ich gehe?«

»Ja — noch eins!« Die Herzogin erhob sich wütend. »Die Chance ist wenigstens nicht ausgeschlossen,« sagte sie eisig, »daß dieser Mensch weniger hartköpfig ist, als du zu sein scheinst. Wenn er dich heiratet, so richtet er dich in sozialer Hinsicht zugrunde, und wenn niemand vernünftig genug ist, ihm dies zu sagen, so soll er es von mir hören!«

»Zu welchem Zweck?« fragte Florence ruhig.

»Zweck? Auf die Chance hin, — die zwar nur gering ist, das gebe ich zu, — daß er gesunden Menschenverstand und Herz genug besitzt, dich freizugeben.«

»Das wird er niemals tun,« — sie lächelte matt, — »nicht wenn Durchlaucht ihm das Zweifache meines Vermögens bieten würde. Ich muß ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen. Er hat nur einen Grund für den Wunsch, mich heiraten zu wollen — er liebt mich.«

»Liebt dich? Täte er das, so würde er dich nicht auf diese schändliche Weise hinopfern!« erwiderte die Herzogin heftig. »Ob er dich nun liebt oder nicht, er soll erfahren, was er dir antut, dazu bin ich fest entschlossen. Wann kann ich ihn sprechen?«

Ein Diener trat ein. Nachdem Florence seine Meldung entgegengenommen, blickte sie die Herzogin an und sagte:

»Wenn es Durchlaucht beliebt, Herr Leath ist jetzt hier.«

»Hier? Du meine Güte! Verkehrt der Mensch hier?« Florence lächelte kalt.