»Wirklich nicht?«
Er blickte in das leidenschaftlich erregte Antlitz, sah die Gebärde empörter Abwehr und lächelte wehmütig. »Nun, vielleicht hast du recht, und vielleicht habe auch ich recht. Wir wollen nicht darüber streiten. Die Schicksalsgöttinnen sind dir nicht besonders hold gewesen, armes kleines Mädchen — aber auch mit mir sind sie nicht besonders gnädig verfahren! Laß mir diese einzige Eitelkeit, Kind! Sie kann niemand schaden! Ich bleibe dabei, hätte ich nur eine Chance dir gegenüber gehabt, so hättest du mich jetzt schon lieben sollen.«
»Niemals!« stieß sie wieder zwischen den Zähnen hervor. »Sie täuschen sich selbst, wenn Sie das glauben! Niemals!«
Und so verließ er sie, und ihr ›Niemals!‹ klang ihm im Ohre nach.
Er würde sich in der Halle nicht aufgehalten haben — er pflegte immer Turret Court so schnell wie möglich zu verlassen, sowie seine Zusammenkunft mit Florence vorüber war, und es geschah selten, daß eine Begegnung mit irgend jemand ihn aufhielt. Aber der heutige Tag bildete eine Ausnahme. Ein Feuer brannte in der inneren Halle, und in einem großen Lehnstuhl daneben lag Roy bequem hingestreckt. Er war unter dem Einfluß der einschläfernden Wärme halb eingeschlummert, aber, durch die näherkommenden Schritte ermuntert, stand er auf, dehnte seine langen Gliedmaßen und gähnte ungezwungen.
»O, Sie sind’s, Leath? Wie geht es Ihnen? Wußte gar nicht, daß Sie da waren, alter Junge. Habe ein wenig genickt, glaube ich. Im Begriff, fortzugehen — wie?«
»Ja. Weshalb?«
»O, nichts Besonderes! Sie würden zu Tisch bleiben, wenn Sie irgendein anderer wären, aber ich weiß, es nützt nichts, Sie einzuladen. Heute gäbe es freilich einen Extraspaß. Sie könnten die Herzogin zu Tisch führen.«
»Das bezweifle ich. Ihre Durchlaucht geruhte eben mir mitzuteilen, daß ich Luft für sie sei.«
»O! Sie haben sie wohl gesprochen?« Roy verzog grinsend den Mund. »Hat wohl eine böse Auseinandersetzung gegeben?«