»Das ist’s vielleicht. Aber der Pfarrer behauptet, — die beiden sind nämlich dicke Freunde, — daß, wenn Sherriff sich vor Jahren in London niedergelassen hatte, er sich dort durch seine Schriften längst einen Namen gemacht haben würde. Ich muß gestehen, ich begreife es nicht, wie ein Mensch hier in St. Mellions weitervegetieren kann, wenn sich ihm eine Möglichkeit bietet, fortzukommen.«
»Herr Sherriff ist alt, Roy,« meinte Florence sanft, »und steht ganz allein in der Welt. Mit seinen Büchern und Blumen ist er hier ebenso glücklich, glaube ich, wie er anderswo sein würde.«
»Na, er hätte sich wohl längst aus dem Staube gemacht, wenn das nicht der Fall gewesen wäre,« gab Roy zu. Er gähnte wieder in beängstigender Weise. »Da wir gerade von Leuten reden, die hier an der Scholle kleben, fällt mir ein,« fuhr er mit tränenden Augen fort, »wer ist der Mensch bei Mutter Buckstone?«
»In den Chichester Arms?«
Talbot Chichester stellte diese Frage.
»Ja. Ein ziemlich ansehnlicher Kerl — sonnverbrannt — erinnert mich an jemand, den ich gesehen habe,« fuhr Roy unzusammenhängend fort. »Gestern sprach ich mit ihm, oder er mit mir — ich weiß nicht mehr recht, wie es war — als ich hinüberritt, um zu sehen, ob mir der alte Buckstone das Öl für mein Rad besorgt hätte. Er wohnt dort, sagte er. Wunderlicher Geschmack! Wer es wohl sein mag? Sie wissen es nicht etwa, Chichester?«
»Ich bekümmere mich allerdings nicht um jeden, der in den Chichester Arms absteigt.« Der Redende blickte belustigt. »Ich wußte überhaupt nicht, daß dort jemand wohne. Vermutlich ein auf einer Fußtour begriffener Londoner.«
Roy schüttelte den Kopf.
»Das glaube ich nicht. Nicht das Genre — hat nicht den Londoner Dialekt — versteht zu viel von Pferden, um ein Großstädter zu sein. Kommt wohl aus dem Auslande. Wenn ich ihn wiedersehe, will ich ihn mal danach fragen.«
»Laß das nur! Es ist überflüssig. Was seinen Namen anbetrifft, so heißt er Everard Leath und kommt aus Australien. Wer er ist, weiß ich nicht, und was er will, das weiß er hoffentlich selbst.«