»Sie haben Herrn Chichester doch schon getroffen, glaube ich, Herr Leath?«

»Nein — aber ich habe von ihm gehört. Ihm gehören die Chichester Arms, nicht wahr?«

»Freilich, ihm gehört ein großer Teil von St. Mellions — mehr als uns,« sprach Cis. »Sein Besitz Highmount ist wirklich wundervoll. Manche finden ihn schöner als Turret Court, aber die Ansicht teile ich nicht. Haben Sie den Park und das Schloß schon gesehen?«

»Nur von der Chaussee aus.«

Leath blickte wieder über den Tisch hinüber. Chichester sprach gerade mit Florence, die zu ihm aufschaute.

»Herr Chichester ist nicht verheiratet, nicht wahr?«

»Gewiß nicht! Wissen Sie denn nicht —« Cis brach ab, dunkelrot im Gesicht, und verriet, was sie angefangen auszusprechen, so unbeholfen durch ihr schuldbewußtes Aussehen, daß er sie sofort verstand. Einen Augenblick zog sich seine Stirn in Falten, dann sprach er mit einer kühnen Gelassenheit, die seine Gefährtin verblüffend fand, wenn sie auch erleichtert aufatmete:

»Das wußte ich allerdings nicht, Fräulein Mortlake. Verzeihen Sie mir die Frage — ist Gräfin Esmonds Verlobung augenblicklich noch ein Geheimnis?«

»Nein, nein!« sagte Cis hastig, »das nicht! Nichts der Art! Wir alle wissen es, aber sie soll noch nicht veröffentlicht werden, ehe die Herzogin — die Patin meiner Cousine und ihr zweiter Vormund — davon in Kenntnis gesetzt ist und ihre Einwilligung gegeben hat.«

»Soll Gräfin Florences Verlobung auch vor Herrn Sherriff geheimgehalten werden?«