»Ach nein! Vor vielen Jahren. Ehe er verheiratet war.«
»Vor dreißig Jahren vielleicht?« fragte Leath wieder und blickte sie unverwandt an.
»Ja — das mag schon sein! Sein Sohn ist fünfundzwanzig, also muß es ungefähr so lange her sein.«
Lady Agathe machte ihrer Tochter und ihrer Nichte das übliche Zeichen und stand auf. Es blieb keine Zeit zu einer Antwort.
Leath verabschiedete sich sofort, da die Antwort für Herrn Sherriff ihm schon gegeben worden. Seine Wirtin entließ ihn mit einem Händedruck und einem freundlichen Worte; der Hausherr machte ihm die kälteste und förmlichste Verbeugung.
Was war aus Sir Jaspers überraschender Herzlichkeit geworden? Cis blickte wieder mit drolligem Ausdruck zu ihrer Cousine empor, als die beiden Mädchen zusammen am Fenster standen. Lady Agathe hatte mit Chichester, den eine Verabredung mit seinem Verwalter nach Highmount zurückrief, das Zimmer verlassen, und der Baron saß stumm und regungslos vor sich hinbrütend an seinem Platze.
»Nun, ich muß gestehen, ich weiß nicht, weshalb du ihn unausstehlich nennst, Florence,« gähnte Cis, »ich muß freilich zugeben, daß es nicht leicht ist, sich mit ihm zu unterhalten, und du wolltest mir nicht helfen, obgleich ich dich absichtlich immer anblickte. Es war zu schlecht von dir.«
»Unsere Aufgaben waren geteilt,« gab Florence trocken zurück. »Chichesters Unterhaltungsgabe war auch nicht gerade glänzend.«
»Apropos, Florence, ich finde, du hättest Herrn Sherriff deine Verlobung mitteilen müssen. Er hält so viel von dir!«
»Herrn Sherriff? Woher weißt du, daß ich das nicht getan habe?« fragte Florence rasch.