Florence, die seine Schroffheit übelnahm, antwortete mit hochmütiger Gelassenheit:

»Ich war es, Onkel Jasper, die sprach. Ich sagte, daß Herr Leath irgend jemand außerordentlich ähnlich sähe, und es will mir nicht einfallen, wem.«

»Du siehst es? Wie kannst du es sehen? Wie ist es möglich? Was kannst du wissen?« Er brach nach diesen schnell und rauh hervorgestoßenen Worten jäh ab und ließ auch die ungestüm erhobene Hand sinken.

»Du sprichst Unsinn, Florence,« sagte er finster. »Unsinn! Hüte deine Zunge besser. An dem Menschen hast du keine Ähnlichkeit zu sehen, und ich rate dir, von dem Manne überhaupt so wenig wie möglich zu sehen. Er hat nichts mit uns zu schaffen, er ist ein Abenteurer, soviel wir wissen. Es war verkehrt von mir, ihn heute hierher einzuladen. Ich werde das nicht wieder tun, und du auch nicht. Und wenn du klug bist, so laß es mich nicht wieder hören, daß du so törichte Reden führst.«

Er ging aus dem Zimmer. Die Tür fiel dröhnend hinter ihm ins Schloß. Cis war sprachlos.

»Florence, was kann über ihn gekommen sein? Und so zu dir zu reden!«

Gräfin Florence sagte nichts. Ihre Stirn war gerunzelt, ihre Augen weit geöffnet; sie hatte keine Antwort bereit.

Sherriff war über einem seinem Lieblingsschriftsteller fast eingeschlafen, als er durch Everard Leath, der durch die Veranda eintrat, aufgeweckt wurde. Die Worte freudiger Begrüßung, die er auf der Zunge hatte, erstarben bei einem Blick auf den jungen Mann, mit dem eine seltsame Veränderung vorgegangen war. Seine Augen glänzten, sein Gesicht war gerötet, der gelassene Ausdruck verschwunden und einer sonderbaren frohlockenden Erregung gewichen. Leath legte dem Alten, der ihn verwundert ansah, die Hand auf die Schulter.

»Heute morgen fragten Sie mich, ob ich in St. Mellions bleiben würde.«

»Ja.«