»Ja. Es wäre besser gewesen, ich hätte den anderen Weg eingeschlagen, nach London zu gehen — weit besser!«

»Heißt das, daß Sie es jetzt tun wollen?«

»Vielleicht. Ich weiß es noch nicht. Dieser Mißerfolg hat mich aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich bin noch zu keinem Entschlusse gelangt.«

Es trat eine Pause ein. Leath blickte finster zu Boden. Der Ältere brach nach einer kleinen Weile das Schweigen und sprach zögernd und vielleicht etwas vorwurfsvoll:

»Sie haben mir niemals Ihr Vertrauen geschenkt, Leath. Ich habe kein Recht, dieses Vertrauen zu erzwingen, aber eine Frage möchte ich an Sie richten. Wenn ich in die Sache, von der Sie reden, eingeweiht wäre, könnte ich Ihnen dann bei Ihrem Vorhaben helfen, oder ist das unmöglich?«

»Ich fürchte, es ist sehr unwahrscheinlich.«

»Und Sie sind nicht geneigt, es mit mir zu versuchen?«

Es lag keine Gereiztheit in der ernsten, edlen Stimme, aber für Leaths Ohr klang etwas wie Schmerz hindurch. Er blickte schnell auf.

»Halten Sie mich nicht für undankbar, lieber alter Freund,« sagte er, »und glauben Sie nicht, daß ich unempfänglich für Ihre Güte bin. Geben Sie mir ein wenig Zeit, mir klar zu machen, daß ich ein Esel gewesen, und wenn Sie mich dann anhören wollen, so sollen Sie die ganze Sache erfahren, soweit ich weiß. Es ist keine angenehme Geschichte — das werden Sie sich wohl schon sagen können.«

Es lag eine unterdrückte Leidenschaftlichkeit in seinem Tone, die von einer Empörung sprach, die zwar durch eine eiserne Willenskraft niedergehalten wurde, aber doch im Innern weiterglimmen und ihn unaufhörlich martern mußte; das überraschte Matthias Sherriff nicht; vom Anfang ihrer Bekanntschaft an hatte er erraten, daß ein geheimes quälendes Leid am Herzen seines Freundes nage. Es war nicht möglich, sich Everard Leath als einen glücklichen Menschen oder einen Menschen ohne Sorge zu denken.