Seine Stimme hatte fast ihren düsteren Klang verloren; es lag sogar eine gewisse Belustigung darin, und sein Gesicht hatte sich aufgehellt, als er seinen Stuhl wieder einnahm. Vielleicht gedachte er der Begegnung auf der Halde, der verächtlich blickenden grauen Augen, die sich kaum die Mühe genommen hatten, ihn anzusehen, und des stolz getragenen hochmütigen braunen Köpfchens. Reichtum, Rang, adlige Geburt — daß sie sich wohl bewußt war, dies alles zu besitzen, hatte sie deutlich genug gezeigt.

Sherriff lächelte und setzte sich mit erleichterter Miene wieder nieder.

»Also habe ich mich geirrt?« meinte er. »Nun, es freut mich herzlich, das zu hören, mein lieber Junge — wirklich herzlich! Es kann einen Mann kein zermalmenderer Schlag treffen als der Verlust des Weibes, das er liebt. Es mag töricht von mir gewesen sein, mir den Gedanken in den Kopf zu setzen.«

»Ich muß gestehen, es wundert mich, wie Sie überhaupt auf diesen Gedanken gekommen sind.«

»Das weiß ich selbst kaum. Er kam mir zuerst, glaube ich, als ihre Verlobung mit Chichester veröffentlicht wurde. Sie schienen verstört, schienen daran zu zweifeln, ob es eine passende Partie sei.«

»Ich gebe zu, daß ich das tat. Wie ich Ihnen auseinandersetzte, hatte ich Herrn Chichester in Turret Court getroffen. Ich würde ihn allerdings nicht für den Mann gehalten haben, auf den Gräfin Florences Wahl fallen würde,« gab Leath mit trockener Gelassenheit zur Antwort. »Wenn ich mich nicht irre, so waren auch Sie selbst überrascht.«

»Ich war mehr als überrascht.«

Sherriff sprach mit einer Schärfe und Gereiztheit, die ihm sonst fremd war. »Wüßte ich nicht, wie unabhängig sie ihrer Stellung und ihrem Charakter nach ist, so wäre ich fast geneigt gewesen, an irgendeine versteckte Einwirkung zu glauben. Ich habe nichts gegen Herrn Chichester; ich halte ihn für einen guten Menschen, aber ich wiederhole es — er ist weder der Mann, ihre Liebe zu gewinnen, noch sie glücklich zu machen.«

»Er scheint das erstere wenigstens getan zu haben,« warf Leath in seinem früheren gelassenen Tone kurz dazwischen.

»Ihre Liebe? Armes Kind! Bis jetzt weiß sie kaum, daß sie ein Herz zu verschenken hat!« erwiderte der Alte mit Entschiedenheit.