Obschon im Normaltypus die angedeutete Tendenz, das heimlich Gefühlte dem Objekt einmal offen und sichtbar überzuordnen oder überwältigend aufzuzwingen, keine störende Rolle spielt, und niemals zu einem ernstlichen Versuch in dieser Richtung führt, so sickert davon doch etwas in die persönliche Wirkung auf das Objekt durch, in Form eines oft schwer zu definierenden, dominierenden Einflusses. Es wird etwa als ein erdrückendes oder erstickendes Gefühl empfunden, das die Umgebung in einen Bann schlägt. Dadurch gewinnt dieser Typus eine gewisse geheimnisvolle Macht, welche namentlich den extravertierten Mann in höchstem Masse faszinieren kann, weil sie sein Unbewusstes berührt. Diese Macht stammt von den erfühlten, unbewussten Bildern, wird aber vom Bewusstsein leicht auf das Ich bezogen, wodurch der Einfluss verfälscht wird im Sinne der persönlichen Tyrannei. Wenn aber das unbewusste Subjekt mit dem Ich identifiziert wird, so wandelt sich auch die geheimnisvolle Macht des intensiven Gefühls in banale und anmassende Herrschsucht, Eitelkeit und tyrannische Zwängerei. Daraus entsteht ein Typus Frau, der wegen seines skrupellosen Ehrgeizes und wegen seiner heimtückischen Grausamkeit unvorteilhaft bekannt ist. Diese Wendung führt aber in die Neurose.

Solange das Ich sich unterhalb der Höhe des unbewussten Subjektes fühlt und das Gefühl Höheres und Mächtigeres erschliesst als das Ich, ist der Typus normal. Das unbewusste Denken ist zwar archaïsch, compensiert aber hilfreich durch Reduktionen die gelegentlichen Anwandlungen, das Ich zum Subjekt zu erheben. Tritt dieser Fall aber doch ein durch völlige Unterdrückung der reduzierenden unbewussten Denkeinflüsse, dann begibt sich das unbewusste Denken in die Opposition und projiziert sich in die Objekte. Damit bekommt das egozentrisch gewordene Subjekt die Macht und Bedeutung der entwerteten Objekte zu fühlen. Das Bewusstsein beginnt zu fühlen, „was die Andern denken“. Natürlich denken die Andern alle möglichen Gemeinheiten, planen Übles, hetzen und intriguieren im Geheimen, usw. Dem muss das Subjekt zuvorkommen, indem es selber anfängt, präventiv zu intriguieren und zu verdächtigen, auszuhorchen und zu kombinieren. Es wird von Gerüchten befallen und krampfhafte Anstrengungen müssen gemacht werden, um eine drohende Unterlegenheit womöglich in eine Überlegenheit zu verwandeln. Es entstehen endlose Rivalitäten geheimer Natur und in diesen erbitterten Kämpfen wird nicht nur kein schlechtes oder gemeines Mittel gescheut, sondern auch die Tugenden werden missbraucht, nur um einen Trumpf ausspielen zu können. Eine solche Entwicklung führt zur Erschöpfung. Die Neurosenform ist weniger hysterisch als neurasthenisch, bei Frauen oft mit starker Mitbeteiligung des körperlichen Zustandes, z. B. Anämie mit Folgezuständen.

5. Zusammenfassung der rationalen Typen.

Die beiden vorausgegangenen Typen sind rationale, indem sie sich auf vernünftig urteilende Funktionen gründen. Das vernünftige Urteil gründet sich nicht bloss auf das objektiv Gegebene, sondern auch auf das Subjektive. Das Überwiegen des einen oder andern Faktors, bedingt durch eine oft von früher Jugend her existierende psychische Disposition, beugt allerdings die Vernunft. Ein wirklich vernünftiges Urteil sollte sich nämlich ebenso wohl auf den objektiven, wie auf den subjektiven Faktor berufen und beiden gerecht werden können. Das wäre aber ein Idealfall und würde eine gleichmässige Entwicklung der Extraversion und Introversion voraussetzen. Die beiden Bewegungen aber schliessen sich aus und können, solange ihr Dilemma besteht, nebeneinander überhaupt gar nicht sein, sondern höchstens nacheinander. Darum ist auch unter den gewöhnlichen Umständen eine ideale Vernunft unmöglich. Ein rationaler Typus hat immer eine typisch variierte Vernunft. So haben die introvertierten rationalen Typen zweifellos ein vernünftiges Urteil, nur richtet sich dieses Urteil mehr nach dem subjektiven Faktor. Die Logik braucht nirgends gebeugt zu sein, denn die Einseitigkeit liegt in der Prämisse. Die Prämisse ist das vor allen Schlüssen und Urteilen bestehende Überwiegen des subjektiven Faktors. Er tritt von vornherein mit selbstverständlich höherm Wert auf als der objektive. Es handelt sich dabei, wie gesagt, keineswegs um einen erteilten Wert, sondern um eine vor aller Werterteilung vorhandene natürliche Disposition. Daher erscheint dem Introvertierten notwendigerweise das Vernunfturteil um einige Nuancen anders als dem Extravertierten. So erscheint dem Introvertierten, um den allgemeinsten Fall zu erwähnen, diejenige Schlusskette, die auf den subjektiven Faktor führt, etwas vernünftiger, als die, die zum Objekte führt. Diese, im einzelnen Fall zunächst geringfügige, fast unmerkliche Differenz bewirkt im Grossen unüberbrückbare Gegensätze, die umso irritierender sind, je weniger einem die im Einzelfall minimale Standpunktverschiebung durch die psychologische Prämisse bewusst ist. Ein Hauptirrtum, der dabei regelmässig passiert, ist, dass man sich bemüht, einen Irrtum im Schluss nachzuweisen, anstatt die Verschiedenheit der psychologischen Prämisse anzuerkennen. Eine solche Anerkennung fällt jedem rationalen Typus schwer, denn sie untergräbt die anscheinend absolute Gültigkeit seines Prinzips und liefert ihn seinem Gegensatze aus, was einer Katastrophe gleichkommt.

Fast mehr noch als der extravertierte Typus, unterliegt der introvertierte dem Missverständnis; nicht etwa, weil ihm der Extravertierte ein schonungsloserer oder kritischerer Gegner ist, als er selbst es sein könnte, sondern weil der Stil der Epoche, den er selber mitmacht, gegen ihn ist. Nicht dem Extravertierten gegenüber, sondern unserer allgemeinen okzidentalen Weltanschauung gegenüber, befindet er sich in der Minorität, wohl nicht zahlenmässig, sondern seinem Gefühl nach. Da er den allgemeinen Stil überzeugt mitmacht, untergräbt er sich selbst, denn der gegenwärtige Stil mit seiner fast ausschliesslichen Anerkennung des Sicht- und Tastbaren ist gegen sein Prinzip. Er muss den subjektiven Faktor wegen seiner Unsichtbarkeit entwerten und sich zwingen, die extravertierte Objektüberwertung mitzumachen. Er selber schätzt den subjektiven Faktor zu niedrig ein und wird dafür von Minderwertigkeitsgefühlen heimgesucht. Es ist daher kein Wunder, dass gerade in unserer Zeit und besonders in jenen Bewegungen, die der Gegenwart um einiges voraneilen, der subjektive Faktor sich in übertriebener und darum in geschmackloser und karikierter Weise äussert. Ich meine die heutige Kunst. Die Unterschätzung des eigenen Prinzips macht den Introvertierten egoistisch und nötigt ihm die Psychologie des Unterdrückten auf. Je egoistischer er wird, desto mehr erscheint es ihm auch, als ob die andern, die den gegenwärtigen Stil anscheinend restlos mitmachen können, die Unterdrücker wären, gegen die er sich schützen und zur Wehr setzen muss. Er sieht meistens nicht, dass er darin seinen Hauptfehler begeht, dass er am subjektiven Faktor nicht mit jener Treue und Ergebenheit hängt, mit welcher sich der Extravertierte nach dem Objekte richtet. Durch die Unterschätzung des eigenen Prinzips wird sein Hang zum Egoismus unvermeidlich und damit verdient er sich auch das Vorurteil des Extravertierten. Bliebe er aber seinem Prinzipe treu, so wäre er als Egoist grundfalsch beurteilt, und die Berechtigung seiner Einstellung würde sich durch ihre allgemeinen Wirkungen bestätigen und die Missverständnisse zerstreuen.

6. Das Empfinden.

Auch das Empfinden, das seinem ganzen Wesen nach auf das Objekt und den objektiven Reiz angewiesen ist, unterliegt in der introvertierten Einstellung einer beträchtlichen Veränderung. Auch es hat einen subjektiven Faktor, denn neben dem Objekt, das empfunden wird, steht ein Subjekt, welches empfindet, und welches dem objektiven Reiz seine subjektive Disposition beiträgt. Das Empfinden in der introvertierten Einstellung gründet sich überwiegend auf den subjektiven Anteil der Perception. Was damit gemeint ist, erhellt am ehesten aus Kunstwerken, welche äussere Objekte reproduzieren. Wenn z. B. mehrere Maler eine und dieselbe Landschaft malen mit der Bemühung, dieselbe getreu wiederzugeben, so wird doch jedes Gemälde vom andern verschieden sein, nicht etwa bloss vermöge eines mehr oder minderentwickelten Könnens, sondern hauptsächlich infolge eines verschiedenen Sehens, ja, es wird an einigen Gemälden sogar eine ausgesprochen psychische Verschiedenheit in der Stimmungslage und Bewegung von Farbe und Figur zu Tage treten. Diese Eigenschaften verraten ein mehr oder weniger starkes Mitwirken des subjektiven Faktors. Der subjektive Faktor des Empfindens ist im wesentlichen derselbe wie für die andern bereits besprochenen Funktionen. Es ist eine unbewusste Disposition, welche die Sinnesperception schon in ihrem Entstehen verändert und ihr dadurch den Charakter einer reinen Objekteinwirkung wegnimmt. In diesem Fall bezieht sich die Empfindung überwiegend auf das Subjekt und erst in zweiter Linie auf das Objekt. Wie ausserordentlich stark der subjektive Faktor sein kann, zeigt uns am deutlichsten die Kunst. Das Überwiegen des subjektiven Faktors geht gelegentlich bis zur völligen Unterdrückung der blossen Objektwirkung und doch bleibt die Empfindung dabei Empfindung, allerdings ist sie dann zu einer Wahrnehmung des subjektiven Faktors geworden, und die Objektwirkung ist auf die Stufe eines blossen Anregers gesunken. Das introvertierte Empfinden entwickelt sich nach dieser Richtung. Es besteht zwar eine richtige Sinneswahrnehmung, aber es hat den Anschein, als ob die Objekte gar nicht eigentlich ins Subjekt eindrängen, sondern als ob das Subjekt die Dinge ganz anders oder ganz andere Dinge sähe, als andere Menschen. Tatsächlich nimmt das Subjekt dieselben Dinge wahr, wie jedermann, verweilt aber dann keineswegs bei der reinen Objekteinwirkung, sondern beschäftigt sich mit der durch den objektiven Reiz ausgelösten subjektiven Wahrnehmung. Die subjektive Wahrnehmung ist merklich verschieden von der objektiven. Sie ist im Objekt entweder gar nicht oder höchstens andeutungsweise anzutreffen, d. h. sie kann zwar in andern Menschen ähnlich sein, aber sie ist im objektiven Verhalten der Dinge nicht unmittelbar zu begründen. Sie macht nicht den Eindruck eines Bewusstseinsproduktes, dazu ist sie zu genuin. Sie macht aber einen psychischen Eindruck, da in ihr Elemente von einer hohem psychischen Ordnung erkennbar sind. Jedoch stimmt diese Ordnung nicht überein mit den Inhalten des Bewusstseins. Es handelt sich um collektiv-unbewusste Voraussetzungen oder Dispositionen, um mythologische Bilder, Urmöglichkeiten von Vorstellungen. Der subjektiven Wahrnehmung haftet der Charakter des Bedeutenden an. Sie sagt mehr, als das reine Bild des Objektes, natürlich nur zu dem, dem der subjektive Faktor überhaupt etwas sagt. Einem andern erscheint ein reproduzierter subjektiver Eindruck an der Eigenschaft zu leiden, dass er keine genügende Ähnlichkeit mit dem Objekt besitzt und darum seinen Zweck verfehlt habe. Das subjektive Empfinden erfasst daher mehr die Hintergründe der physischen Welt als ihre Oberfläche. Es empfindet nicht die Realität des Objektes als das Ausschlaggebende, sondern die Realität des subjektiven Faktors, nämlich der urtümlichen Bilder, welche in ihrer Gesamtheit eine psychische Spiegelwelt darstellen. Dieser Spiegel hat aber die eigentümliche Fähigkeit, die gegenwärtigen Inhalte des Bewusstseins nicht in ihrer uns bekannten und geläufigen Form darzustellen, sondern in gewissem Sinne sub specie aeternitatis, nämlich etwa so, wie ein eine Million Jahre altes Bewusstsein sie sehen würde. Ein solches Bewusstsein würde das Werden und Vergehen der Dinge zugleich mit ihrem gegenwärtigen und momentanen Sein sehen und nicht nur das, sondern zugleich auch das Andere, das vor ihrem Werden war und nach ihrem Vergehen sein wird. Der gegenwärtige Moment ist diesem Bewusstsein unwahrscheinlich. Selbstverständlich ist dies nur ein Gleichnis, dessen ich aber bedarf, um das eigentümliche Wesen der introvertierten Empfindung einigermassen zu veranschaulichen. Die introvertierte Empfindung vermittelt ein Bild, welches weniger das Objekt reproduziert, als dass es das Objekt überkleidet mit dem Niederschlag uralter und zukünftiger subjektiver Erfahrung. Dadurch wird der blosse Sinneseindruck entwickelt nach der Tiefe des Ahnungsreichen, während die extravertierte Empfindung das momentane und offen zu Tage liegende Sein der Dinge erfasst.

7. Der introvertierte Empfindungstypus.

Das Primat des introvertierten Empfindens schafft einen bestimmten Typus, der sich durch gewisse Eigentümlichkeiten auszeichnet. Er ist ein irrationaler Typus, insofern er unter dem Vorkommenden nicht vorwiegend nach Vernunfturteilen auswählt, sondern sich nach dem richtet, was eben vorkommt. Während der extravertierte Empfindungstypus durch die Intensität der Objekteinwirkung determiniert ist, orientiert sich der introvertierte nach der Intensität des durch den objektiven Reiz ausgelösten subjektiven Empfindungsanteiles. Dabei besteht, wie ersichtlich, gar kein proportionaler Zusammenhang zwischen Objekt und Empfindung, sondern ein anscheinend durchaus unabgemessener und willkürlicher. Es ist von aussen darum sozusagen nie vorauszusehen, was Eindruck machen wird und was nicht. Wäre eine der Empfindungsstärke proportionale Ausdrucksfähigkeit und -willigkeit vorhanden, so würde die Irrationalität dieses Typus ausserordentlich auffallen. Dies ist z. B. der Fall, wenn das Individuum ein produzierender Künstler ist. Da dies aber ein Ausnahmefall ist, so verbirgt die für den Introvertierten charakteristische Ausdruckserschwerung auch seine Irrationalität. Er kann im Gegenteil durch seine Ruhe oder Passivität oder durch eine vernünftige Selbstbeherrschung auffallen. Diese Eigentümlichkeit, welche das oberflächliche Urteil irreleitet, verdankt ihre Existenz der Nichtbezogenheit auf Objekte. Das Objekt wird im Normalfall zwar keineswegs bewusst entwertet, aber sein Anreiz wird ihm dadurch entzogen, dass er sofort durch eine subjektive Reaktion, die sich auf die Wirklichkeit des Objektes weiter nicht mehr bezieht, ersetzt wird. Das wirkt natürlich wie eine Objektentwertung. Ein solcher Typus kann einem leicht die Frage beibringen, wozu man überhaupt existiere, wozu überhaupt Objekte noch daseinsberechtigt seien, da ja doch alles wesentliche ohne das Objekt passiere. Dieser Zweifel mag in extremen Fällen berechtigt sein, im Normalfall aber nicht, denn der Empfindung ist der objektive Reiz unerlässlich, nur bringt er anderes hervor, als nach der äussern Sachlage vermutet werden könnte. Von aussen betrachtet sieht es aus, als ob die Objekteinwirkung überhaupt nicht zum Subjekt vordränge. Dieser Eindruck ist insofern richtig, als ein subjektiver dem Unbewussten entstammender Inhalt sich dazwischen drängt und die Objekteinwirkung abfängt. Dieses Dazwischentreten kann mit solcher Schroffheit erfolgen, dass man den Eindruck gewinnt, als schütze sich das Individuum direkt vor Objekteinwirkungen. In einem irgendwie gesteigerten Fall ist auch tatsächlich eine solche schützende Abwehr vorhanden. Wenn das Unbewusste nur um etwas verstärkt ist, so wird der subjektive Empfindungsanteil dermassen lebendig, dass er die Objekteinwirkung fast gänzlich überdeckt. Daraus entsteht einerseits für das Objekt das Gefühl einer völligen Entwertung, andererseits für das Subjekt eine illusionäre Auffassung der Wirklichkeit, die allerdings nur in krankhaften Fällen soweit geht, dass das Individuum nicht mehr imstande wäre, zwischen dem wirklichen Objekt und der subjektiven Wahrnehmung zu unterscheiden. Obschon eine so wichtige Unterscheidung erst in einem nahezu psychotischen Zustand gänzlich verschwindet, so kann doch längst zuvor die subjektive Wahrnehmung das Denken, Fühlen und Handeln in höchstem Masse beeinflussen, trotzdem das Objekt in seiner ganzen Wirklichkeit klar gesehen wird. In Fällen, wo die Objekteinwirkung infolge besonderer Umstände, z. B. infolge besonderer Intensität oder völliger Analogie mit dem unbewussten Bilde, bis zum Subjekt vordringt, ist auch der Normalfall dieses Typus veranlasst, nach seiner unbewussten Vorlage zu handeln. Dieses Handeln ist in bezug auf die objektive Wirklichkeit von illusionärem Charakter und darum äusserst befremdlich. Es enthüllt mit einem Schlage die wirklichkeitsfremde Subjektivität des Typus. Wo aber die Objekteinwirkung nicht völlig durchdringt, da begegnet sie einer wenig Anteilnahme verratenden wohlwollenden Neutralität, welche stets zu beruhigen und auszugleichen bestrebt ist. Das allzu Niedere wird etwas gehoben, das allzu Hohe etwas niedriger gemacht, das Enthusiastische gedämpft, das Extravagante gezügelt und das Ungewöhnliche auf die „richtige“ Formel gebracht, all dies, um die Objekteinwirkung in den nötigen Schranken zu halten. Dadurch wirkt auch dieser Typus auf die Umgebung drückend, sofern seine gänzliche Harmlosigkeit nicht ausser allem Zweifel steht. Ist letzteres aber der Fall, so wird das Individuum leicht das Opfer der Aggressivität und der Herrschsucht anderer. Solche Menschen lassen sich in der Regel missbrauchen und rächen sich dafür an ungeeigneter Stelle durch vermehrte Resistenz und Störrigkeit. Ist keine künstlerische Ausdrucksfähigkeit vorhanden, so gehen alle Eindrücke nach innen in die Tiefe und halten das Bewusstsein im Banne, ohne dass es ihm möglich wäre, des faszinierenden Eindruckes durch bewussten Ausdruck Herr zu werden. Für seine Eindrücke stehen diesem Typus nur archaïsche Ausdrucksmöglichkeiten zu relativer Verfügung, weil Denken und Fühlen relativ unbewusst sind, und insofern sie bewusst sind, nur über die notwendigen, banalen und alltäglichen Ausdrücke verfügen. Sie sind als bewusste Funktionen darum ganz ungeeignet, die subjektiven Wahrnehmungen adäquat wiederzugeben. Dieser Typus ist daher dem objektiven Verständnis äusserst schwer erschliessbar, wie er auch sich selber meist verständnislos gegenübersteht.