Schweden.

In SCHWEDEN wurde die Bibel zum erstenmale 1521 schwedisch gedruckt; 1548 das Neue Testament in finnischer Sprache. 1594 liess Karl xi. eine königliche Buchdruckerei einrichten, deren erster Vorstand Anund Olai war, und die, bald unter deutschen, bald unter schwedischen Dirigenten, tüchtiges geliefert hat.

Pet. v. Selou.


Sowohl Gustav ii. Adolf, als seine gelehrte Tochter, Christina, förderten eifrig die Buchdruckerkunst. Zu einer Zeit, wo diese sonst bereits anfing in Misskredit zu kommen, verlieh Gustav Adolf den Buchdruckern Einkünfte. 1626 berief er aus Deutschland Peter von Selou, damit er heilige Schriften mit russischen Typen drucke. 1636 gab er dem alten Bischofssitz STRENGNÄS eine Druckerei, nur damit der Bischof von Schonen, Laurentius Paulinus, mit grösserer Bequemlichkeit den Druck seiner Schriften überwachen konnte. Mit dem Bischof wanderte die Druckerei später nach Upsala. Dem geschickten Formenschneider und Kupferstecher Heinrich Keyser schenkte er einen, in Deutschland erbeuteten Buchdruckerei-Apparat, mit welchem Keyser, unter der Regierung Christinas, die sehr geschätzte, sogenannte Bibel der Königin Christina druckte. Bekannt ist Keyser namentlich durch sein Werk Insignia nobilitatis Suecanae mit sehr gut ausgeführten Wappen. Als Keyser sich in seinen Hoffnungen auf guten Erfolg getäuscht sah, zerstörte er in Unmut die Illustrationen, so dass das Werk sehr selten geworden ist. Der tüchtige Sohn Keysers druckte in vorzüglicher Weise die schönste Ausgabe der schwedischen Bibel, die erst 1703, nach seinem 1699 erfolgten Tode, vollendet wurde.

Die Königin Christina hatte einen bekannten Amsterdamer Buchdrucker Johann Jansson (nicht der berühmten Blaeu'schen Familie angehörend) nach Stockholm berufen. Ausser festem Gehalt wurden ihm manche Vorteile, darunter freie Papiereinfuhr, zugestanden. Als die Königin die gelehrte Schule in Åbo in Finnland zur Universität erhoben hatte, berief der akademische Senat 1642 Peter Valdius als Universitätsbuchdrucker. 1713 wurde die Druckerei, auf Grund der Kriegsunruhen, nach Stockholm gebracht.

Über der in Gothenburg 1650 von Amund Grefwe errichteten Offizin ruhte ein Unglücksstern. Erst ging ein Schiff, welches neue Typen und Papier aus Hamburg bringen sollte, unter, und 1669 brannte, mit einem grossen Teil von Gothenburg, die Druckerei ab.

Upsala.

In UPSALA mit seiner schon 1476 gestifteten Universität hatte Paul Griis 1510 die Kunst eingeführt. Der König Karl Gustav unterstützte ihn dabei, indem er ihm die Einkünfte eines Ritterguts überliess. Griechisch, hebräisch, Runen und arabisch wurden bereits mit dem Anfang des xvii. Jahrhunderts dort gedruckt; die letztere Schrift wurde von Peter Kirsten aus Breslau eingeführt, die Runen verbesserte 1702 Peringskjöld.

Olaus Rudbeck.