Was die Aldi und die Giunta für den griechischen, lateinischen und italienischen Druck waren, war Daniel Bomberg für den hebräischen. Dieser Zweig der Typographie war bisher nur von den jüdischen Buchdruckern zu Soncino, Neapel, Pesaro und Konstantinopel geübt. Bomberg, gebürtig aus Antwerpen, war nicht Jude, gründete jedoch in Venedig eine, nur der hebräischen und rabbinischen Litteratur gewidmete Druckerei, in welcher er drei Ausgaben der Bibel mit den besten rabbinischen Kommentaren in vier Foliobänden, ausserdem noch fünf korrekte Handausgaben, einen prachtvollen babylonischen Talmud in zwölf Foliobänden nebst mehreren rabbinischen Werken druckte. Die Korrektur besorgte im Verein mit vielen tüchtigen Korrektoren der gelehrte Chaja Maier Ben David. Die hebräischen Typen Bombergs gelten bis auf die neueste Zeit für die schönsten, und ein Pergament-Abdruck seiner Bibel von 1525, der sich auf der Wolfenbütteler Bibliothek befindet, wird als ein typographisches Juwel betrachtet. Er soll zwischen 3-4 Millionen Kronen für hebräischen Druck ausgegeben, und nicht genug auf seinen eigenen Vorteil gesehen haben.

Mechitar.

Auch der sonstige orientalische Druck musste vorzugsweise in dem, mit dem Orient so lebhaft verkehrenden Venedig Pflege und Unterstützung finden. 1518 wurde hier der Koran arabisch gedruckt. 1701 gründete der Armenier Mechitar auf der Insel St. Lazaro bei Venedig ein Kloster, mit welchem eine für orientalischen, speziell armenischen Druck eingerichtete Druckerei verbunden wurde. Eine Foliobibel von 1733 mit Kupfern ist wohl das erste grössere aus ihr hervorgegangene Druckwerk.

Greg. Gregorio.


Doch auch ausserhalb Venedigs wurde der orientalische Druck in Italien geübt. Das erste gedruckte arabische Buch: Septem horæ canonicæ erschien 1514 in FANO in der auf Kosten des Papstes Julius ii. von Gregor Gregorio errichteten Buchdruckerei. Genua, Ferrara, Trient[3] lieferten manches Beachtenswerte. In ROM hatte der Papst Pius iv. schon die Vatikanische Bibliothek gegründet, welche von Sixtus v. vervollständigt wurde. Als die im Jahre 1622 gestiftete Kongregation zur Verbreitung des Glaubens (de propaganda fide) 1627 mit ihrem Missionsseminar eine für die Zwecke der Mission eingerichtete Druckerei verband, wurde die vatikanische Offizin hiermit vereinigt und durch die orientalischen Schriften des berühmten Druckers und Stempelschneiders Stefanus Paoli vermehrt. Diese Druckerei lieferte nun in vielen Sprachen Neue Testamente und Andachtsbücher, hat aber nie eine Wirksamkeit entwickelt, die im Einklang mit ihren bedeutenden Mitteln stand[4].

Genua.

In GENUA erschien 1516 die erste Polyglotte, ein Psalterium in hebräischem, griechischem, arabischem, chaldäischem Text mit drei lateinischen Übersetzungen und mit lateinischen Interpretationen. Der Verfasser war der Dominikaner Agostino Giustiniani, der Drucker Peter Paul Porrus. Justinianus hatte die Absicht, die ganze Bibel in derselben Weise herauszugeben, aber die Unterstützung, welche der Versuch fand, war eine so geringe, dass er davon absehen musste. An die Worte des xix. Ps. 5. V. „ihre Rede gehet an der Welt Ende“ hatte er eine Biographie des Columbus geknüpft, die jedoch so mangelhaft war, dass der Rat zu Genua die Verbreitung verbot.

Padua.