Janots letztes Werk, l'Amour de Psyché et de Cupidon, erst durch seine Witwe, aus der berühmten Buchdruckerfamilie de Marnef stammend, herausgegeben, ist zugleich sein schönstes. Die Witwe heiratete 1547 Stephan Groulleau, der viele der zierlichsten illustrierten Ausgaben lieferte. Gilles Corrozet, geb. 1510, starb 1568. Jean Cousin, ebenfalls 1510 geboren, 1590 gestorben, war Zeichner, Goldschmied, Bildhauer und Geometer.
Andere Künstler.
Von Zeichnern und Holzschneidern sind noch zu nennen: Mercure Jollet, Pierre Wojiriot, nach seinem Geburtsort de Bouzey genannt, ein Schüler Cousins und vielseitiger Künstler. Die Prinzessin Marie von Medici (geb. 1573, gest. 1642) war nicht allein eine grosse Gönnerin der Kunst, sondern soll auch die Xylographie in tüchtiger Weise geübt haben.
Jean Papillon (geb. 1660, gest. 1710) war der Stammvater einer Holzschneider-Familie, die eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, ohne eigentlich grosse Ansprüche darauf machen zu können. Am bekanntesten ist Jean Papillon durch seinen: traité historique et pratique de la gravure sur bois (2 Bde. Paris 1766) geworden, ein Werk, das zwar ohne Kritik geschrieben ist, jedoch eine Menge von Nachrichten über zeitgenössische Künstler enthält, die man sonst nicht haben würde.
Von den Papillons ab sank der Holzschnitt vollständig und nur der Kupferstich wurde zur Bücher-Illustration benutzt, nicht allein durch Beigabe besonderer Blätter, sondern auch indem man Vignetten in den Text eindruckte[3].
Jodocus Badius.
Unter den zugleich gelehrten und tüchtigen Buchdruckern ist zu nennen Jodocus Badius[4] (1498-1535), nach seiner Vaterstadt Asch bei Brüssel auch Ascensius genannt. In Lyon hatte er bei Trechsel als Korrektor fungiert und dessen Tochter geheiratet. Er druckte über 400 Werke, die sich durch Schönheit und Korrektheit empfehlen, und versah viele Klassiker-Ausgaben mit seinen Anmerkungen. Er war zu gleicher Zeit Buchhändler, Buchdrucker, Schriftschneider und Schriftgiesser. Seine drei Töchter verheirateten sich mit drei der berühmtesten Typographen, Michael Vascosan, Joh. Roigny und Robert Etienne. Der Sohn, Conrad Badius, ebenfalls ein tüchtiger Gelehrter und Buchdrucker, ging, als Calvinist verfolgt, 1549 nach Genf, wo er litterarisch und typographisch fortwirkte. Sein Schwager Vascosan, dessen Bücher in Druck und Papier gleich schön und grösstenteils mit Antiqua gedruckt sind, wurde 1566 königlicher Typograph und lieferte, ungerechnet neue Auflagen, 297 Werke.
Die Familien
Morel u. Wechel.
Der Schwiegersohn Vascosans, Friedrich I. Morel (1571-1583), ist Stammvater einer gelehrten und berühmten Druckerfamilie, von welcher der Sohn des Genannten, Friedrich ii. Morel, das bedeutendste Glied war. Seine Kommentare zu den Psalmen sind noch heute hoch geschätzt.