Verschiedene
Drucker zu Lyon.
Ein ebenso gewandter Buchdrucker als Buchhändler war Guillaume de Roville aus Tours. An Geschmack wetteiferte er mit de Tournes, und seine Druckwerke enthalten viele schöne Illustrationen. Er erwarb sich grosses Ansehen und grosse Reichtümer. Die Gebrüder Jean und François Frellon (1520-1570) sind namentlich als Drucker Holbeinscher Illustrationen bekannt. Ausser den genannten hat Lyon auch im xvii. Jahrh. noch manche tüchtige Buchdrucker aufzuweisen, unter diesen die Mitglieder der Familie Anisson, deren bekanntestes, Jean Anisson, in Verein mit seinem Bruder Jacques druckte, bis er zum Direktor der königlichen Druckerei im Louvre ernannt wurde. Anissons Druckerei war die letzte von künstlerischer Bedeutung in Lyon, sie fabrizierte jedoch später auch nur gewöhnliche Ware.
Rouen.
Von den Provinzstädten ist noch Rouen zu erwähnen, wo namentlich ein grosses Druckgeschäft mit Missalen stattfand, welche nach England ausgeführt wurden, und Sedan, wo eine, noch heute geschätzte, Sammlung von Klassikern mit einer sehr kleinen Schrift, Sedanoise, von Jean Jannon, gedruckt wurde.
Schriftgiesserei.
Aus dem, was oben über die Schriften der kgl. Druckerei, der Stephane und anderer in Paris und Lyon gesagt wurde, geht bereits hervor, dass Frankreich in der STEMPELSCHNEIDEREI und SCHRIFTGIESSEREI den Vorrang behauptete.
Die älteste der Privatschriftgiessereien ist die von Guillaume le Bé. Mit den von ihm selbst geschnittenen Schriften vereinigte er 1561 einen grossen Teil der Stempel des verstorbenen Garamond. Die le Bé folgten sich in vier Generationen. 1730 kam das Geschäft in die Hände von Fournier l'ainé.
Die Anfänge der zweiten Giesserei durch Jacques Sansleque, Schüler des le Bé, reichen bis auf das Jahr 1596. Auch dieses Geschäft erbte durch vier Generationen auf Jacques, Louis und Louis Eustache Sansleque.
Typogr. Punkt.