Ludwigs Söhne.

Nach dem Tode des Vaters übernahmen der älteste Sohn Matthias und der vorletzte Bonaventura das Leydener Geschäft, jedoch bereits am 3. Septbr. 1622 übertrug der erstere seinen Anteil auf seinen ältesten Sohn Abraham.

Der zweite Sohn Ludwigs, Ludwig ii., wahrscheinlich 1566 geboren, ging 1590 als Buchhändler nach dem Haag. Seinen Laden hatte er in einem grossen Saal des Palais der Generalstaaten, vorzugsweise de Zaal genannt, an dessen Wänden Buchhändlerstände ringsum eingerichtet waren. Mit einer kurzen Unterbrechung in den Jahren 1598-99 stand er an der Spitze des Haager Etablissements, welches keine grosse Bedeutung hatte, und nur eine ganz geringe Verlagsthätigkeit entwickelte. Ludwig ii. starb wahrscheinlich 1621. Das Geschäft erwarb Bonaventura und übergab es wieder in demselben Jahre an Jacob Elzevier, den dritten Sohn des Matthias. Jacob zog sich 1636 zurück, ging in Staatsdienst über und siedelte sich schliesslich in Gensingen im Kurpfälzischen an. Das Haager Geschäft blieb als Filiale bei dem Leydener. Von dem dritten Bruder Aegidius weiss man nur, dass er in der Abwesenheit Ludwigs eine kurze Zeit das Haager Geschäft besorgte. Er starb als Kaufmann in Leyden 1651.

Der vierte Bruder Justus (geb. 1575) erhielt in Utrecht das Bürgerrecht als Buchhändler. Von seinen vier Kindern war das älteste, Ludwig iii., der später so berühmte Gründer des Amsterdamer Hauses. Sein Todesjahr ist nicht bekannt. Ein Enkel von ihm, Peter, trieb kurze Zeit den Buchhandel in Utrecht und verschwand 1675 von der geschäftlichen Bühne. Der fünfte Sohn wurde Landschaftsmaler, der siebente, Adrian, trat in die Dienste der Ostindischen Compagnie und wurde 1609 von den Wilden auf den Bandainseln ermordet.

Bevor wir an die weitere Geschichte des Stammhauses in Leyden unter Bonaventuras und Abrahams Leitung gehen, müssen wir der Thätigkeit des zweiten Sohnes des Matthias, des Buchdruckers Isaack, gedenken, die fast ihr Ende erreicht hatte, als die zuerstgenannten die ihre begannen.

Isaack, Ludwigs
Enkel.

Isaack war am 11. Mai 1596 in Leyden geboren. Am 14. Febr. 1616 verheiratete er sich mit Jaquemine Symons van Swieten, einer Waise, und wurde wahrscheinlich durch ihr Vermögen in die Lage versetzt, eine Druckerei erwerben zu können, denn seine grossen für den Grossvater ausgeführten Druckwerke datieren aus dem Jahre 1617. Isaack fuhr fort vorzugsweise für Matthias und Bonaventura, später für Bonaventura und Abraham zu drucken. Es finden sich auch Druckwerke vor, die keine andere Firma als die Isaacks tragen, doch lässt sich daraus nicht schliessen, dass er als Verleger und Konkurrent seiner Verwandten aufgetreten wäre, sondern nur, dass solche Werke im Selbstverlage der Autoren erschienen sind.

Isaack,
Universitäts-
Buchdrucker.

Am 9. Febr. 1620 erhielt Isaack die Stellung als akademischer Buchdrucker, in der die Familie bis zu ihrem Ende 1712 blieb. Gleich bei der Begründung der Universität Leyden war der Beschluss gefasst, einen gelehrten, namhaften und erfahrenen Mann zum akademischen Buchhändler und Buchdrucker zu ernennen. Die Wahl fiel auf Wilhelm Sylvius, der in Antwerpen mit dem Titel königl. Buchdrucker etabliert war (1579), Sylvius starb bereits 1580. Sein Nachfolger war der berühmte Christoph Plantin (1584), der Antwerpen verlassen hatte, jedoch bald wieder nach dort zurückkehrte. Seine Offizin und sein Amt gingen auf seinen gelehrten Schwiegersohn, Franz von Rapheling, über; das Amt erbte nach dessen Tode (20. Juli 1597) der Sohn Christoph, der ihn jedoch nicht vier Jahre überlebte. Der Senat erwählte nun (1602) Johann Paedts (Patius) zu seinem Nachfolger. Er starb 1620 und das Amt wurde auf Isaack Elzevier übertragen. Als Universitätsbuchdrucker war er verpflichtet, eine und eine halbe Presse für den Druck der kleinen Universitäts-Schriften zur Disposition zu halten. Er hatte für gute Korrektur und dafür zu haften, dass keine willkürlichen Änderungen gemacht wurden; die Besorgung der Bücher zur Frankfurter Messe übernahm er zu festgesetzten Bedingungen. Jährlich erhielt er eine Entschädigung von 50 Gulden.

Die Druckerei.