Die Auszeichnung Abrahams fällt um so mehr auf, als schon 1649 Differenzen mit der Universität auf Grund der von den Elzevieren angesetzten Preise entstanden waren. Es kam sogar in Frage, ihnen die Emolumente zu entziehen, während sie ihrerseits auf Erhöhung derselben antrugen. Bei dem Tode Abrahams und Bonaventuras war noch nichts entschieden, doch muss ein Ausgleich stattgefunden haben, denn man bewilligte den Nachfolgern die bisherigen Emolumente, und so blieb es bis zum Erlöschen des Hauses 1712.


Johann und
Daniel.

Bonaventura vermachte seinem ältesten Sohne Daniel sein Haus auf der Rapenburg und seinen Anteil an allem, was er in Verbindung mit Abraham besessen hatte. Ein Gleiches that Abraham in Betreff seines Sohnes Johann.

Johann, der älteste Sohn Abrahams aus seiner Ehe mit Katharine van Waesberge, war das einzige von dessen Kindern, welches der väterlichen Laufbahn folgte. Er war zu Leyden im Febr. 1622 geboren; 1638 wurde er, 16 Jahre alt, nach Paris gesandt, wohl weniger um sich in der Typographie, als im Französischen zu vervollkommnen und um neue Verbindungen anzuknüpfen oder die alten zu pflegen. Schon 1643 ist er wieder dort, zum Vertrieb von Büchern; 1641 ging er nach Dänemark; 1644 wieder nach Paris. 1647 heiratete er Eva van Alphen aus Leyden; 1649 etablierte er sich im Hause des Grossvaters Bonaventura.

Daniel, der älteste Sohn Bonaventuras und der Sarah van Keulen, war im Aug. 1626 in Leyden geboren. Aus seiner Jugendzeit wissen wir nur, dass er 1645 nach Paris ging, um seine Ausbildung zu vollenden. Dort blieb er gegen drittehalb Jahre, um dann in Leyden zu studieren, dabei nahm er jedoch an den Geschäften teil.

Trennung
Daniels von
Johann.

Es war eine schwere Last, welche auf den Schultern der jungen Männer ruhte. Sie begannen jedoch guten Mutes ihr Werk. Ihre Ausgaben der Nachfolge Christi und des Psalters von 1653 gehören zu den besten Erzeugnissen der Elzeviere. Aber die Aussichten für die Zukunft waren weniger freundlich, als bisher. Gleichzeitig mit den Vätern war eine grosse Zahl der gelehrten Freunde und Ratgeber von der Bühne abgetreten; die Universität befand sich in einer Krisis; die Zeiten waren vorbei, wo die Arbeiten ihrer Professoren die gelehrte Welt in Bewegung setzten, sie genügten nicht mehr, um einer Druckerei eine Fülle von Arbeit und Ehre zu bringen. Dabei war das Verhältnis der jungen Männer zu der Universität ein nicht ganz ungestörtes. Es fehlte ihnen noch an der nötigen Erfahrung und Autorität, um glücklich über alle Klippen wegzukommen, Eigenschaften, die dagegen der Amsterdamer Ludwig in hohem Grad besass. Diejenigen berühmten Gelehrten, die durch Heinsius den Leydener Elzevieren entfremdet worden waren, näherten sich Ludwig; selbst Leydener Gelehrte suchten die Verbindung mit ihm. Diese Umstände, dazu Johanns schwankender Charakter werden wohl mitgewirkt haben, um Daniel zu bestimmen aus dem Geschäft zu treten und sich mit seinem Vetter Ludwig in Amsterdam zu verbinden. Ein weiterer Grund mag wohl auch seine Heirat mit Anna Bierninck, Enkelin von seinem Onkel Justus und Nichte und Mündel Ludwigs, gewesen sein. Er trennte sich nach zwei und einem halben Jahre von Johann.


Wir werden nun Ludwigs und Daniels Schicksale in Amsterdam verfolgen, um dann zu dem Leydener Geschäft und dessen traurigem Ende zurückzukehren.