Ludwigs Tod.

Im Jahre 1664 zog sich Ludwig zurück, und lebte auf seinem schönen Landsitz, welchen er halbwegs zwischen Amsterdam und Utrecht besass. Sein Name findet sich fernerhin nur auf der Bibel Desmarests, welche 1669 in 2 Bdn. in Folio vollendet wurde. Sie war bei dem Ausscheiden Ludwigs Gegenstand eines besonderen Übereinkommens unter den Associés geblieben. Ludwig starb 1670 in Leyden, infolge eines Beinbruchs.

In allen Angelegenheiten der Familie war Ludwig stets als das Oberhaupt betrachtet worden, und er hatte gesucht, ihr Interesse, wo er konnte, wahrzunehmen. Seine Rechtschaffenheit und Einsicht wurden überall anerkannt. In seinem Testament zeigt er sich als einen durchaus noblen Mann, sowohl gegen Andere, als auch gegen seinen Associé. Es sollten alle Rechnungen mit ihm ohne irgend eine Revision geordnet werden. Es war ihm freigestellt, die Artikel zu den Druck- und Papierkosten ohne Zinsen und sonstige Lasten zu übernehmen, und die daraus entstehende Schuld erst in langen Terminen unter 4% Verzinsung zu zahlen.


Daniels weitere
Wirksamkeit.

Die Weiterführung des ausgedehnten und vielseitigen Geschäfts war für Daniel mit seinen alleinigen Kräften eine schwere Aufgabe, wozu die grösste Energie notwendig war. Hierzu kamen noch ungünstige Zeitverhältnisse. Kurz nach der Übernahme brach der Krieg mit England aus, der zwei Jahre (1665-67) mit wechselndem Kriegsglück, aber unter fortwährender Hemmung der Geschäfte, dauerte. Daniel nahm deshalb Jakob Zetter in sein Geschäft, der den buchhändlerischen Teil sehr gut leitete. 1669 fesselte er den jungen Heinr. Wetstein, der bestimmt war, selbst einen bedeutenden Platz in der niederländischen Typographie einzunehmen, an sich. Wetstein war 1649 in Basel geboren, wo sein Vater Professor der griechischen Litteratur war. Er hatte eine vortreffliche wissenschaftliche Erziehung genossen, aber sein Trieb zur Typographie war ein unwiderstehlicher. Am besten glaubte er seinen Zweck in Holland zu erreichen, trat daher mit seinem 20. Jahre bei Daniel in die Lehre und blieb 7 Jahre bei ihm. 1676 verheiratete sich Wetstein und etablierte sich dann als Buchhändler. Er war mit Zetter zusammen dem Hause Elzevier von grossem Nutzen. Daniels Buchhandlung hatte vorher nur aus Verlags- oder Kommissionsartikeln bestanden; jetzt fügte Wetstein ein vollständiges Sortiment neuer und alter Bücher hinzu. 1674 gab Daniel, durch Wetstein unterstützt, seinen grossen Lagerkatalog, über 20000 Werke enthaltend, heraus.

In den Jahren 1667-1672 wurden über 100 neue Werke gedruckt, daneben die grosse Bibel fortgesetzt. Daniel sammelte, als letzter der bedeutenden Elzeviere, die ganze Ehre des Namens auf sich und wurde als einer der Buchdrucker majorum gentium betrachtet. Als im Jahre 1672 ein grosser Brand einen bedeutenden Teil des Blaeuschen Geschäfts vernichtete und Blaeu in Verlegenheiten kam, kaufte Daniel eine Anzahl von dessen Verlagsartikeln. Auch von Hackius machte er bedeutende Erwerbungen.

Trotz der schweren Zeiten hat man sich also Daniel nicht als mutlos geworden zu denken, und noch in den Jahren 1675-1680 verliessen 90 Verlagswerke, unter welchen sich einige seiner bedeutendsten Leistungen befinden, seine Pressen.

Daniels Tod.

Da überraschte ihn der Tod mitten unter den Vorbereitungen zu einer Menge neuer grossartiger Unternehmungen. Am 13. Oktbr. 1680 unterlag er dem wiederholten Anfall eines heftigen Fiebers, wie solche in Amsterdam nicht selten auftreten.