Berühmte Buch-
drucker.

Unter den Ausübern der Buchdruckerkunst in England befanden sich zwar manche tüchtige Männer und die Kunst machte auch nach ihrer Einführung durch Caxton rasche Fortschritte; aber von solchen hervorragenden Familien, wie wir sie in Italien, Frankreich und Holland kennen gelernt haben, deren Mitglieder gleich bedeutend als Gelehrte und Kunstjünger waren, hören wir ebensowenig wie von solchen zeichnenden Künstlern ersten Ranges, wie die, welche eine Reihe von xylographisch-typographischen Kunstwerken in Deutschland schufen. Die Vorzüge der Engländer als Buchdrucker treten erst in der spätern Periode der Kunst, wo die Mechanik eine hervorragende Stelle einnimmt und die Buchdruckerei sich mehr dem Fabrikbetrieb nähert, in helles Licht.

Unter den mit Caxton nach England gekommenen Buchdruckern zeichnen sich namentlich Wynkyn de Worde und Richard Pynson aus.

Wynkyn de
Worde.

Wynkyn de Worde war in Lothringen geboren und ward Mitarbeiter und Nachfolger Caxtons, den er als Drucker bedeutend übertrifft. Er vollendete in dem Caxtonschen Lokal mehrere, von diesem unvollendet hinterlassene Werke, unter welchen die Canterbury tales. Später, wahrscheinlich 1499, bezog er die „Goldene Sonne“ in St. Bride, wo er eine grosse Anzahl, über 400, sehr sorgsam ausgestatteter Werke aus allen Fächern, namentlich jedoch grammatikalischen Inhalts, ausführte. Seine Typen sind ganz verschieden von den bis dahin verwendeten und zeichnen sich durch Schönheit des Gusses und vorzügliche Zurichtung aus. Wahrscheinlich war Wynkyn de Worde selbst Schriftgiesser, wenigstens deutet der Umstand, dass seine Schriften sich in den Werken anderer Druckereien häufig vorfinden, darauf hin. Selbst, wenn es nicht der Fall wäre, verdient Wynkyn de Worde als einer der bedeutendsten Typographen seiner Zeit geschätzt zu werden. Ob er oder Pynson die Antiqua zuerst in England verwendete, lässt sich nicht bestimmt entscheiden. Eins seiner schönsten Bücher ist der Polychronikon in Folio, aus d. J. 1495. Er starb hochbetagt 1534, wennauch eine Ausgabe von „Esop“ aus dem Jahre 1535 noch seinen Namen trägt. In seinem Druckerzeichen verband er das Monogramm Caxtons mit dem eigenen Namen. Mit seinem früheren Kollegen bei Caxton, jetzigem Rival, Pynson, verblieb er in dem besten Vernehmen.

Richard Pynson.

Richard Pynson stammt wahrscheinlich aus der Normandie. Er stand sehr in Gunst bei Hofe und wurde von Heinrich viii. zum Hofbuchdrucker ernannt. Mehr als 200 Werke gingen aus seinen Pressen hervor, sie waren hauptsächlich mit einer, mutmasslich aus Frankreich bezogenen Art semigothischer Schrift gedruckt, und reicher illustriert, als die Druckwerke seiner Vorgänger und Zeitgenossen. Er starb um das Jahr 1529.

Julian Notary.

Julian Notary druckte 1498 zusammen mit Jean Barbier, einem Franzosen und einem der vorzüglichsten Typographen damaliger Zeit. Man kennt aus ihren Pressen 23 Druckwerke.