Die autorisierte
Bibel.

Im Jahre 1604 wurden grosse Anstrengungen gemacht, um eine neue tüchtige Bibelübersetzung zu bewerkstelligen. Ein Edikt Jakobs i. stellte die Ernennung einer Kommission von 54 gelehrten Männern fest, welche, in 6 Sektionen geteilt, die Übersetzung besorgen und sich gegenseitig in der Arbeit kontrollieren sollten. Das Werk wurde 1611 durch George Baker fertiggestellt.

George Backer
u. George Lucas.

Teuer sollte diesem und George Lucas ein Druckfehler, die Weglassung des Wortes „nicht“ aus dem vii. Gebot, in einer von ihnen 1632 gedruckten Bibel zu stehen kommen. Die Auflage wurde konfisciert und die Drucker zu einer Busse von 3000 £ verurteilt. Dieses Geld wurde nach Bestimmung des Königs Karl i. grossenteils zum Ankauf von griechischen Matern und Typen verwendet, welche den königl. Buchdruckern zur Benutzung überlassen werden sollten, die dagegen jährlich wenigstens ein griechisches Buch auf ihre Kosten zu drucken hatten.

John Field.

Durch seine schlecht gedruckten Bibeln zeichnete John Field sich aus (um 1650). Es wurde ihm sogar nachgesagt, er habe sich von den Independenten bestechen lassen, eine Stelle nach ihren Ansichten zu fälschen. In einer seiner Bibelausgaben sind 3600 Fehler nachgewiesen, man sagt sogar, die Zahl sei eine noch viel höhere.

Thomas Roy-
crofft.

Eine in der englischen Bibeldruckgeschichte epochemachende Erscheinung ist die von Thomas Roycrofft (geb. 1718) gedruckte Waltonsche Polyglottbibel in sechs Foliobänden, in welchen neun Sprachen repräsentiert sind. Der erste Band erschien 1654, der letzte 1657; es war das erste Werk, welches in England auf Subskription erschien. Das Exemplar wurde zu 10 Pfund Sterl. geliefert und man sammelte bereits in zwei Monaten 900 Subskribenten. Sowohl Cromwell als Karl ii. unterstützten das Unternehmen und Cromwell gewährte Steuerfreiheit für das Papier. Als nach Cromwells Tode König Karl ii. an die Regierung gekommen war, liess Walton einige Dedikationsblätter, auf welchen er sich dankend gegen Cromwell ausgesprochen hatte, durch andere, dem König schmeichelhafte ersetzen, weshalb man von zwei Ausgaben, der republikanischen und der loyalen, spricht.

Als ein Appendix ist ein anderes grossartiges, durch Roycrofft gedrucktes Werk, das Lexicon Heptaglotton des Dr. E. Castell, 2 Bände in Folio 1669, zu betrachten. Der Verfasser setzte leider dabei nicht allein sein Vermögen von 12000 Pfund Sterl. zu, sondern stürzte sich auch noch in Schulden. Siebzehn Jahre hatte er täglich 16-18 Stunden daran gearbeitet und er musste ausserdem noch vierzehn Hülfsarbeiter, die sämtlich während des Druckes starben, in seinem Hause unterhalten. An diese beiden Unternehmungen schliessen sich die 1660 in 9 Foliobänden erschienenen: Critici sacri gedruckt von Cornelius Bee als verwandtes drittes.

Reynold Wolfe.