Sehr in Gunst am Hofe Heinrichs viii. stand der Deutsche oder Schweizer Reynold Wolfe (gest. 1574). Er war der erste Buchdrucker, der ein Patent erhielt, um lateinisch, griechisch und hebräisch zu drucken, und wurde überhaupt durch die vorteilhaftesten Privilegien begünstigt. Er druckte fast alle Schriften des Erzbischofs Cranmer.

John Day.

Als ein sehr tüchtiger Mann zeigte sich John Day. Er war in Suffolk geboren und hatte ein Geschäft von grosser Ausdehnung, das er während der Jahre 1544-1583 betrieb; doch setzte er seine Wirksamkeit, wie Grafton und Whitchurch die ihrige, während der Regierung der Königin Marie aus und gab sich in dieser Zeit mit Verbesserungen und Erfindungen ab. Seine schönen Schriften verschafften ihm den Namen des englischen Plantin und er brachte die Antiqua- und Cursivtype zu einer solchen Vollkommenheit, dass von nun ab die gothische Schrift (Black letters) so gut wie verschwand; auch die griechische Schrift vervollkommnete er und liess angelsächsische Typen schneiden. Von seinen Druckwerken nennen wir Cosmographical glasse (1559), mit seiner schönen Cursiv gedruckt und reich illustriert. Besonders geschätzt ist sein Queen Elizabeth's Prayerbook, eins der wenigen englischen Bücher, die in der Ausführung sich mit den französischen livres d'heures messen können. Als sein Hauptwerk gilt Fox's book of martyrs mit sehr guten Illustrationen. Day starb, reich an Jahren und Ehren, 1583. Er war zweimal verheiratet und hatte mit jeder seiner Frauen 13 Kinder.

Mit Ruhm verdient noch Thomas Vautrollier (1574-1588) aus Paris oder Rouen genannt zu werden, vorzüglich wegen seiner Ausgaben der Werke des 1600 in Rom verbrannten Giordano Bruno. Um Verfolgungen deshalb zu entgehen, zog er eine zeitlang nach Edinburgh, wo er vieles dazu beitrug, die dortige Buchdruckerkunst auf eine höhere Stufe zu bringen. Man kennt von ihm 78 Werke.

Thomas Guy.

Mit Dank zu erwähnen, wennauch nicht auf Grund seiner typographischen Leistungen, die sehr primitiver Natur waren, ist Thomas Guy (gest. 1724). Mit der Universität Oxford schloss er einen Vertrag ab, nach welchem er den Druck der heiligen Schriften in die Hand nahm. Hierdurch und durch Spekulationen, die jedoch zu den nicht allzu gut angeschriebenen gehörten, verdiente er ein kolossales Vermögen, von dem er aber für sich keinen Gebrauch machte, indem er im Gegenteil ärmlich und unverheiratet lebte. Mit einem Aufwand von einer viertel Million Pfund liess er das nach ihm genannte Hospital in London erbauen und machte ausserdem zu wohlthätigen und gemeinnützigen Zwecken grosse Schenkungen.

Sam. Palmer.

Bekannt durch die nach ihm benannte History of printing war Samuel Palmer (gest. 1732). Dieses Werk rührt jedoch nicht von Palmer selbst her; der eigentliche Verfasser hiess Palmanazar, und der zweite, praktische Teil, der noch folgen sollte, musste aufgegeben werden, weil seitens der Kollegen und der Schriftgiesser sich ein wahrer Sturm der Entrüstung gegen die durch ein solches Lehrbuch vermeintlich entstehende Schädigung des Gewerbes und Entwürdigung der Kunst erhob.

John Barber.

Im Jahre 1741 starb John Barber, der erste Buchdrucker Londons, der die Würde eines Lord Mayors bekleidete. Er stand in naher Berührung mit bedeutenden Männern seiner Zeit wie Lord Bolingbroke, Swift, Pope und anderen.