S. Richardson.
Bekannt als Schriftsteller, Buchhändler und Buchdrucker ist Samuel Richardson, der berühmte Verfasser der Romane „Pamela“, „Clarissa Harlowe“, „Grandison“ und anderer Werke. Er war 1689 als Sohn eines respektablen Tischlers geboren. Obwohl er nur eine ganz gewöhnliche Erziehung genossen hatte, gab er bald Beweise seines ausserordentlichen Talentes. In seinem fünfzehnten Lebensjahre entschied er sich aus Neigung für den Buchdruckerberuf. Nach sieben schweren Lehrjahren arbeitete er sechs Jahre als Gesell und Korrektor, worauf er selbst ein Geschäft anfing, in welchem er sich durch seine Pünktlichkeit und Ordnungsliebe bald Vertrauen erwarb. Er druckte unter anderen die ersten 26 Foliobände des Journals des Unterhauses. Richardson starb nach längeren Leiden, 72 Jahre alt, am 4. Juli 1761, nachdem ihm sechs Söhne im Tode vorausgegangen waren.
Oxford.
In OXFORD wurde die Buchdruckerei 1478 durch Theodor Rood aus Köln und Thomas Hunt eingeführt. Von 1486 bis 1585 ist eine vollständige Lücke in der Druckgeschichte Oxfords mit Ausnahme der Jahre 1517-1519. Nach der Begründung des Sheldonian theatre im Jahre 1669 wurden hier durch 50 Jahre viele vortreffliche Werke gedruckt und erst 1759 verschwindet die Bezeichnung e theatro Sheldoniano. Die später so berühmte sogenannte Clarendon Press trat 1713 in Wirksamkeit. Der Sohn Lord Clarendons hatte das Manuskript seines Vaters zu der Geschichte der englischen Revolution der Universität geschenkt und mit dem Erlös aus den gedruckten Exemplaren wurde die Druckerei, aus welcher eine grosse Anzahl wertvoller Werke hervorgegangen ist, gegründet. Um die Beschaffung von orientalischen und anderen Typen machte sich namentlich der Bischof Fell verdient. Im Jahre 1672 wurden 4000 £ zum Ankauf von Typen in Holland, Frankreich und England bestimmt, da derzeit keine Schriftgiesserei in England im Gange war. Eine solche erhielt Oxford 1677. Die Universitätsbuchdruckereien in Oxford und Cambridge erwarben auch das Alleinrecht auf den Druck der heiligen Schriften und der englischen liturgischen Bücher. In CAMBRIDGE wurde die erste Presse um 1520 durch Joh. Siberch, einen Freund des Erasmus, errichtet. In YORK druckte Hewe Goes aus Antwerpen, 1509 bis 1516, in welchem letzteren Jahre er nach London übersiedelte.
Schottland.
Nach SCHOTTLAND kam die Kunst 1507 durch Walter Chepman, der Kaufmann war und sich mit einem Praktiker Andreas Myllar verband. Nach Chepman ruhte die Pressthätigkeit Schottlands fast 30 Jahre lang. Erst im Jahre 1576 wurde die heilige Schrift von Thomas Bassandyne gedruckt; selbst in diesem Jahre besass Schottland weder griechische noch hebräische Schriften. Während der Bürgerkriege suchte jede Partei, welche die Macht hatte, hier wie in England die Presse auf jede mögliche Weise zu knechten. 1648 wurde sogar unter Androhung der Todesstrafe verboten, ohne Erlaubnis des Committee of Estates etwas zu drucken. 1661 erschien die erste Zeitung: Mercurius Caledonicus.
1671 erhielt Andreas Andersen, in Vertretung auch anderer Buchdruckereien Edinburghs, soweit gehende Privilegien, dass kein Buch ohne Andersens Erlaubnisschein gedruckt werden konnte. Später trat jedoch eine Beschränkung des Privilegs auf Parlamentsakte und heilige Schriften, so wie auf 41 Jahre ein. Andersen selbst druckte das Neue Testament so fehlervoll, dass es verboten wurde. Mit James Watson, der sich 1695 in Edinburgh etablierte, lag er in fortwährendem Hader, da Watson, Andersens Privilegium zum Trotz, druckte was er Lust hatte, bis ihm die Königin Anna durch ein Patent 1711 das Recht zum Drucken erteilte. Er veröffentlichte nun eine Reihe tüchtiger und sehr gut ausgestatteter Werke, von welchen ein Neues Testament aus d. J. 1715 von „unvergleichlicher Schönheit“ war.
Die Stereotypie.