Zur Zeit des Auslaufens der spanischen Armada (1588) fühlte die Königin Elisabeth das Bedürfnis, durch Mitteilungen über den genauen Stand der Sachen dahin zu wirken, dass die Besorgnisse betreffs der wirklichen Gefahren nicht durch unnötige Furcht vor nicht vorhandenen vermehrt würden. Sie ordnete deshalb das Erscheinen von The english Mercurie published by Autoritie an. Es erschienen hiervon 54 Nummern. An Nachfolgern, unter den Titeln Mercurius, Gazette, Diurnal etc., fehlte es nicht. Darunter waren Certain news of the present week, wahrscheinlich das erste politische Wochenblatt, Imperial and spanish news, das zweite.

Der Tatler und
der Spectator.


Von den periodischen Erscheinungen, die auch auf Belehrung und Unterhaltung des Publikums berechnet waren, hatten namentlich der von 1709 ab dreimal wöchentlich erscheinende Tatler (der Plauderer) herausgegeben von Rich. Steele, als Pseudonym Isaac Bickerstaff, und J. Addisons, 1711 begonnener, Spectator (Zuschauer) einen bedeutenden Leserkreis und grossen Einfluss. Ein Schlag für diese Blätter und die ganze periodische Presse war der 1712 eingeführte Stempel von einem halben Penny für Blätter von einem halben Bogen, von einem Penny für jeden Bogen. Hierdurch wurde der Preis von manchem Blatt verdoppelt, wodurch die Abnehmerzahl sich verminderte, was wieder zu weiteren Preiserhöhungen nötigte. Der Spectator war das einzige Blatt, das, ohne an Verbreitung einzubüssen, den Preis hatte verdoppeln können. 1731 begann das bis auf den heutigen Tag beliebte: The gentlemans Magazine. Von allen konkurrierenden Blättern hatte nur das London Magazine, von einem Consortium Londoner Buchhändler kräftigst begonnen, eine grosse Verbreitung (10000 Expl.) und einen längeren Bestand.

Beliebte Werke.

Der Prototyp aller Konversations- und Fachlexika war das 1719 erscheinende Dictionary of arts and science. Unter den Werken, die dem Buchhandel und den Buchdruckereien grossen Verdienst bereiteten, ist Dan. Defoes († 1731) Robinson Crusoe, das, abgesehen von den vielen Nachahmungen, in der ursprünglichen Gestalt, 41 Auflagen erlebte. Bunyans: The pilgrim's progress wurde fortwährend neu gedruckt. Shakespeare war noch nicht populär; die erste gesammelte Ausgabe seiner Bühnenstücke erschien, von zwei Schauspielern herausgegeben, 1623, in fol. Bis 1664 gab es von seinen Werken nur zwei Ausgaben, zusammen in kaum mehr als 1000 Exemplaren gedruckt. 1676 erschien General Catalogue of books 1666-1676, von Rob. Clavel, nach Fächern zusammengestellt und bis 1700 fortgesetzt.


Schriftgiesserei.

Dass die englische Buchdruckerei nicht ohne eine entsprechende Entwickelung der Schriftgiesserei zur Blüte hatte gelangen können, ist selbstverständlich. Die Zahl der Schriftgiessereien, die, wie erwähnt, anfänglich auf vier beschränkt war, ist bis heute eine verhältnismässig kleine geblieben. Von Bedeutung war Thomas James. Im Jahre 1710 kaufte er Matrizen in Holland und gründete nach seiner Rückkehr eine Giesserei. In Verbindung mit Ged hatte er auch in der Stereotypie experimentiert, was ihm direkt und indirekt Schaden brachte, denn seine Kunden, die Buchdrucker, betrachteten das Verfahren mit scheelen Augen als ein ihnen nachteiliges. Nach dem Tode von Thomas James (1736) vereinigte der Sohn John mehrere ältere Giessereien mit der seinigen und gelangte dadurch in Besitz einer grösseren Anzahl von Matrizen von der Zeit Wynkyn de Wordes bis auf die seine. Später erwarb Rowe Mores (geb. 1730) das Geschäft. Er ist bekannt als Verfasser eines Werkes über Schriftgiesserei und starb 1778 in unglücklicher Lage.

Will. Caslon.