Sonstige
deutsche Drucker
u. Buchhändler.

Die übrigen deutschen Buchhändler Pennsylvaniens nahmen keinen grossen Rang ein. Die Gebrüder Gotthart und Anton Armbruster gehörten zu den bedeutendsten und gaben eine zeitlang gemeinschaftlich mit Benjamin Franklin die Pennsylvania Gazette heraus. Vor und während der Revolution blühte das Geschäft von Heinrich Müller, der sich 1760 dauernd in Philadelphia niederliess. Sein wöchentlicher „Philadelphia-Staatsbote“ war das erste Blatt, welches am 9. Juli 1776 die Unabhängigkeits-Erklärung veröffentlichte. Bei dem Einzug der Engländer wurde Müllers Offizin verwüstet. Noch verdienen Melchior Steiner und Carl Cist als Drucker und Verleger genannt zu werden. Von einem geregelten buchhändlerischen Verkehr war keine Rede, der Vertrieb wurde durch Hausierer besorgt.

Sonst und Jetzt.

So waren die ersten schwachen Anfänge der amerikanischen Presse, deren Riesendimensionen jetzt unser Staunen erregen. Was würde wohl der einstmalige Gouverneur von Virginien Sir Thomas Berkeley sagen, wenn er heute nach Virginien zurückkehrte, von wo aus er 1671 mit Stolz und Befriedigung nach London berichtete: „Ich danke Gott, wir haben hier keine Freischulen und keine Buchdruckereien, und ich hoffe, es soll noch lange Zeit so bleiben, denn das Lernen hat nur Ungehorsam, Ketzerei und Sektenwesen in die Welt gebracht; die Buchdruckerkunst aber war die Dienerin aller dieser Gräuel; Gott bewahre uns vor beiden“.

[1] N. Drake, Essays etc. of the Tatler, Spectator and Guardian. 3 Bde. London 1814. — Jul. Duboc, Geschichte der engl. Presse nach J. Grant. Hannover 1873.

[2] Isaiah Thomas, The history of printing in America. 2 Bde. Albany 1874. — J. F. Fabricius, Notizen über die Einführung und erste Ausbreitung der Buchdruckerkunst in Amerika. Hamburg 1841. — Fr. Kapp, Der deutsch-amerikanische Buchdruck und Buchhandel im vorigen Jahrh. Leipzig 1878.

[3] Dem Himmel entriss er den Blitz, den Tyrannen das Szepter.

[4] „Hier ruht der Leib Benjamin Franklins, Buchdrucker (gleich dem Deckel eines alten Buches, dessen Inhalt herausgenommen ist und der seiner Aufschrift und Vergoldung beraubt wurde), Nahrung für die Würmer. Doch wird das Werk selbst nicht verloren sein, sondern einstens in einer neuen und schöneren, vom Verfasser durchgesehenen und verbesserten Auflage erscheinen.“ — Der Gedanke selbst war vielleicht nicht ganz original, wenigstens hat er grosse Ähnlichkeit mit einem von Joseph Capen in einem Leichencarmen auf John Foster in Boston ausgesprochenen.