XIII. KAPITEL. [[←]]

DIE SLAWISCHEN LÄNDER. DIE TÜRKEI. DIE OSTASIATISCHEN LÄNDER.

Polen. Russland: Moskau, St. Petersburg. Die Türkei: Konstantinopel, Ibrahim und Said Efendi, Syrien. Das östliche Asien, China, das chinesische Tafeldruckverfahren und die Papierfabrikation. Europäischer Druck in Asien.

POLEN, im xv. und xvi. Jahrhundert ein blühendes Reich, wo Wissenschaft und Litteratur begünstigt wurden, förderte auch rüstig die Buchdruckerkunst. Johann Haller aus Nürnberg (um d. J. 1500), ein Schüler Kobergers, war ein bedeutender Buchdrucker und Buchhändler in KRAKAU. Die Juden begannen 1517 den hebräischen Druck zu üben, der sehr aufblühte. Paul Helic gab 1540 das von einem getauften Juden ins Hebräische übersetzte Neue Testament heraus. Mit ihm gleichzeitig wirkte Hieronymus Victor aus Wien (1518-1543).

Der bedeutendste Buchdrucker war wohl Nikolaus Scharfenberg. Berühmt sind seine den Königen Sigismund August, Heinrich von Valois und Stephan i. gewidmeten Bibeln in polnischer Sprache und seine Constitutiones, statuta et privilegia in comitiis regni etc., die er für den Buchhändler Andreas Lazarsz druckte, der, selbst Buchdrucker, auch eine grosse Anzahl vorzüglicher und hochgeschätzter Werke aus seiner Offizin lieferte.

Polen.

Einer der angesehensten Männer Polens war Johann Januszowski. Früher Gesandter bei Kaiser Maximilian ii. und Geheimschreiber des Königs Sigismund August, zog er sich von den Staatsgeschäften ganz zurück, um nur den Wissenschaften und der Typographie zu leben. Polen hat seiner Feder und seinen Pressen eine Menge wertvoller Schriften zu verdanken. Ein berühmter Buchdrucker war Franz Cäsarius (wahrscheinlich ein Deutscher, Kaiser), der die Lazarszsche Offizin erwarb, welche über 100 Jahre im Besitz der Familie blieb.

Unter den jüdischen Buchdruckern zeichnete sich namentlich Isaak-Ben-Aaron Prostitz (um 1550) aus. Unter vielen anderen Schriften druckte er sowohl den babylonischen als den jerusalemitischen Talmud. In POSEN, WILNA und LUBLIN, wo sich der Sitz der Socinianer[1] befand, wurde viel gedruckt, ebenso in BRZESC, wo die bekannte Biblia swięta mit Illustrationen (1563) erschien, die nach dem Kostenträger gewöhnlich die Radziwill-Bibel genannt wird. In OSTROG kam auf Kosten des Fürsten Konstantin von Ostrog, Palatins von Kiew, die jetzt sehr selten gewordene Bibel in altrussischer Sprache heraus. Die Leitung hatte der Patriarch Jeremias von Konstantinopel übernommen; die Typen sind genau den slawischen Manuskripten nachgebildet. Der Druck ist vorzüglich, nur das Papier ist nicht gut.