Die Wallachei.
In der WALLACHEI wurde im Kloster SNAGOF, nahe bei Bukarest, auf Kosten des Woywoden Johannes Konstantin Bessaraba, i. J. 1701 ein griechisch-arabisches Missal gedruckt. Die dortige Klosterbuchdruckerei war reich an arabischen, griechischen und illyrischen Schriften.
Syrien.
In SYRIEN bildeten die Klöster des Libanon eine Zuflucht für abendländische Wissenschaft, wo seit länger als 250 Jahren gedruckt worden ist. Paschalis-Elis und Joseph Ibn-Amimas arabisch-syrischer Psalter ist 1610 datiert. Aus ALEPPO, wo eine Buchdruckerei unter der Direktion des Patriarchen Athanasius von Antiochien bestand, existierten Drucke aus dem Jahre 1706, aus BEIRUT von 1751; georgische aus TIFLIS von 1701. In DAMASCUS druckten die Juden schon 1605. Im Jahre 1622 beschloss ein Konzil der armenischen Bischöfe die Buchdruckerei einzuführen. Ein Mönch aus Eriwan, Uscan oder Osgan (gest. 1676) wurde nach Amsterdam gesandt und druckte dort die Bibel. 1669 errichtete Uscan eine armenische Presse in Marseille, die schliesslich nach Konstantinopel übergeführt wurde.
Früher Druck in
China.
Im ÖSTLICHEN ASIEN wurde lange vor Einführung von Gutenbergs Kunst der Bücherdruck in ziemlichen Umfange getrieben und CHINA[4] ist oft als die Mutter der Buchdruckerkunst genannt. Nach dem, was wir unter Typographie verstehen, kann davon, wie auch gleich eingangs bemerkt wurde, keine Rede sein, aber der chinesische Bücherdruck ist wichtig und interessant genug, um demselben unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Wir übergehen alle sich in das Mythenreich verlierenden Erzählungen von der Entstehung der chinesischen Schrift und der frühesten Verwendung derselben, und halten uns an die historisch begründete Thatsache, dass um das Jahr 1000 n. Chr. viele Bücher von Holztafeln gedruckt wurden. Zuerst waren die Schriften vertieft in Stein oder Holz geschnitten worden, so dass nach der Einreibung mit Farbe die Schrift weiss auf schwarzem Grund erschien; man lernte jedoch bald die Vorzüge des erhabenen Buchstabenschnittes kennen.
Das chinesische Druckverfahren, wie es sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat, ist folgendes:
Das chinesische
Druckverfahren.
Aus hartem Holz, gewöhnlich Kirsch-, Birn- oder Pflaumenbaumholz, werden, ½-¾ Zoll dicke Tafeln geschnitten, die kleinen Ritzen und Löcher ausgefüllt und die geglätteten Flächen (man benutzt in der Regel beide) mit einem Reisteig überzogen. Das Herstellen solcher Platten ist ein besonderer Geschäftszweig. Der Schönschreiber malt nun genau und zierlich das zu Druckende auf durchsichtiges Papier und vergleicht seine Arbeit mit dem Manuskript. Ein Blatt (zwei neben einander stehende Seiten) enthält gewöhnlich ein halbes tausend Zeichen. Die beiden Seiten werden mit einem starken Strich umrahmt; ein anderer Strich durch die Mitte des Blattes bezeichnet die Stelle, wo das, nur auf der einen Seite bedruckte Blatt, mit der zugemachten Seite nach aussen gekehrt, beim Heften gefalzt werden muss, ganz wie es bei den xylographischen Reiberdrucken des xv. Jahrh. in Deutschland der Fall war.