Uebertragung
der Schrift.

Auf die noch feuchte Klebmasse, mit der das Holz überzogen wurde, wird das beschriebene Blatt verkehrt aufgelegt und, nachdem es angetrocknet ist, mit einem benetzten Finger das Papier sorgsam abgerieben. Die Schrift bleibt deutlich auf dem Holzblock zurück. Damit sie noch besser hervortritt und das Holz leichter zu behandeln ist, wird die Oberfläche mit Fett überzogen oder mit Öl getränkt.

Der Schnitt.

Dann geht „der Setzer“ (d. h. der Holzschneider) ans Werk und sticht alles nicht Beschriebene wie bei der Holzschnittzeichnung weg. Den durch einen solchen erhabenen Schnitt entstehenden Druck nennt man den männlichen (Jangwen), wird dagegen die Schrift vertieft geschnitten, so dass sie im Druck weiss auf schwarzem Grund erscheint, so heisst das Verfahren weiblicher Druck (Jenwen).

Der Drucker.

„Der Drucker“ sitzt vor einer Bank, auf welcher der Block so festgelegt wird, dass er sich nicht rücken und reiben kann, was schon deshalb vermieden werden muss, weil, wie erwähnt, gewöhnlich beide Seiten der Platte zum Schnitt benutzt werden. Auf der einen Seite steht ein Haufen Papier, auf der andern befindet sich der Topf mit der Schwärze, sowie der Pinsel oder die Bürste. Die Druckerschwärze besteht aus gestossenem und durch ein Haarsieb geschüttetem Lampenruss, welcher in Branntwein zu einem Brei aufgeweicht, bis zu einem Zehnteil der Masse mit animalischem Leim oder Pflanzenöl angemacht, schliesslich mit Wasser verdünnt wurde.

Reiberdruck.

Das erste Geschäft des Druckers ist, dass er mit dem in die Schwärze getauchten Pinsel oder der Druckbürste die Tafel zweimal sanft überfahrt, so dass die erhabenstehende Schrift gleichmässig gefärbt wird. Dann legt er einen Bogen auf die Schrift, streicht ihn behutsam mit der Bürste aus, legt einen zweiten Bogen als schützenden Deckel darauf und fährt mit der Bürste oder einem Reiber aus Palmenrinde ein paarmal fest darüber weg, dann ist der Druck fertig. Der Farbenanstrich dient für drei bis vier Abzüge und muss dann erneuert werden. Ein guter Drucker soll täglich zwei- bis dreitausend Blätter liefern können.

Das Heft.

Die zusammengefalzten, gedruckten Blätter werden zu einem Heft (pen) vereinigt, selten mehr als 50-80 Blätter. Oft erhalten die Hefte einen obern und untern Deckel, mit Seide oder Brokat überzogen. Die zu einem Werke gehörenden Hefte werden zusammen in einer Kapsel von Pappe oder Holz aufbewahrt. Die Kapseln werden auf die Bücherbretter flach gelegt und über einander geschichtet.