Das Reispapier.
Ein, uneigentlich als Reispapier bezeichnetes Produkt ist das auf der Insel Formosa aus der Aralia papyrifera gewonnene. Das Mark dieser Pflanze wird in dünne Blättchen geschnitten und dann noch flacher gepresst und liefert Stücke von ½-1 Fuss im Quadrat. Die besten Stücke werden zum Bemalen, die kleinen Stücke zu der Fabrikation künstlicher Blumen benutzt.
Das Papiergeld.
Zur Fabrikation des Papiergeldes wird in Japan nur der Bast eines Baumes „Mitsumata“ verwendet, welcher ausdrücklich zu diesem Zweck kultiviert wird. Der Bast des Kaji-Baumes, der unserer Weide gleicht, wird namentlich zu Papiermaché verarbeitet, von welchem die Chinesen und Japanesen wie bekannt eine Unendlichkeit von Gegenständen herstellen[5].
Europäischer
Druck in China
und Japan.
EUROPÄISCHE TYPOGRAPHIE IN ASIEN. Um die Einführung der gutenbergischen Typographie im östlichen und südlichen Asien machten sich die Jesuiten-Missionäre schon ausgangs des xvi. oder anfangs des xvii. Jahrhunderts verdient und sie hatten in der Hauptstadt PEKING verborgene Pressen. Eins der ältesten dort gedruckten Bücher ist die Cœlestis doctrinæ vera ratio chinesisch aus dem Jahre 1603. In NANKING gab der Jesuit Nikolas Trigault um 1620 ein chinesisches Wörterbuch in 3 Bänden heraus, das jetzt zu den grössten Seltenheiten gehört. In MACAO wurde schon um 1590 gedruckt. Das erste Buch war der Bericht eines japanesischen Gesandten nach Rom in japanischer und lateinischer Sprache. In CANTON wurde vieles gedruckt, darunter ist zu erwähnen die „Bibliothek nützlicher Kenntnisse“ in 100 Bändchen. Auf der Insel FORMOSA erschien 1661 eine malaische Übersetzung der Evangelien Johannis und Matthäi.
Das Druckverfahren in JAPAN ist dem chinesischen gleich und wird seit uralter Zeit geübt. In europäischer Weise gedruckt erschien bereits 1591 in TACACO auf der Insel Nippon ein Leben der Apostel mit einem angehängten Vokabularium. Gleichzeitig druckten die Jesuiten in AMACUSA. NANGASAKI hatte zu Ende des xvi. Jahrh. schon eine ziemlich thätige Presse.
Ostindien.
OSTINDIEN. Im nördlichen Teile Ostindiens, in Kaschmir, Thibet und Kabul, wurde der Holztafeldruck schon seit vielen Jahrhunderten geübt. Der erste Ort, der 1563 nach europäischer Weise druckte, war GOA auf einer Insel an der Westküste des Dekan, die früheste Niederlassung der Portugiesen. Fast gleichzeitig, 1569, erhielt TRANQUEBAR auf der Koromandelküste seine Presse durch die Londoner Gesellschaft für Verbreitung des Evangeliums. Zuerst wurde ein schönes Neues Testament, in Quarto, gedruckt, dann verschiedene Gebetbücher und Katechismen in portugiesischer, englischer und dänischer Sprache, sowie in verschiedenen asiatischen Dialekten. Als Tranquebar in dänischen Besitz kam, war die dänische Mission sehr thätig. Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plutschau brachten eine Presse und Schriften aus Deutschland. Auf Kosten des Königs von Dänemark wurden tamulische Schriften in der Waisenhausbuchdruckerei in Halle gegossen und durch J. G. Adler nach Indien gebracht, wo dieser 1714 die vier Evangelien und die Apostelgeschichte, 1715 die Episteln und die Apokalypse herausgab. 1723 erschien die Biblia tamulica, 3 Teile in Quarto. Am wichtigsten für die Typographie Indiens ist BENGALEN, es wurde jedoch die Druckkunst erst 1778 dort eingeführt; demnach gehört die dortige Pressthätigkeit erst einer späteren Periode an.