So wenig wie Gutenberg früher den Mut verlor, so wenig war es mit Fust und Schöffer der Fall, als ihre Offizin in der Nacht vom 27.-28. Okt. bei der Eroberung von Mainz durch den Grafen Adolf 1462 verwüstet wurde und in Flammen aufging.

Fust † um 1466.

Schon 1465 ward die Herausgabe von „Cicero de officiis“ unternommen, worin zum erstenmale griechische Schriften, jedoch in Holz geschnitten, verwendet wurden. Im Sommer 1466 war Fust, um den Verkauf der Verlagswerke zu betreiben, nach Paris gereist. In dem folgenden Jahre war er nicht mehr am Leben; wahrscheinlich ist er in Paris, wo damals die Pest hauste, gestorben.

Schöffer setzte nun das Geschäft allein fort. Unter seinen Druckwerken ist noch die am 24. Mai 1468 erschienene herrliche Ausgabe von: „Justiniani Institutiones cum glossa“ zu nennen, in deren Schlussschrift er sich selbst auf Kosten Gutenbergs etwas gar zu grosssprecherisch hervorhebt.

Schwabacher
Schrift.


Ob Schöffer auch das Verdienst gehabt hat, die erste rein deutsche Schrift, die „Schwabacher“, zu erfinden, lässt sich nicht bestimmt ermitteln. Sie kommt zum erstenmale 1486 in Mainz zum Vorschein in dem Werke Bernhard von Breydenbachs „Heylige reyssen gen Jerusalem“, das bei Erhard Rewich gedruckt wurde. Da Schöffer im J. 1492 die Chronik der Sachsen mit dieser Schrift druckte und man von Rewich aus Utrecht, der als Maler die Reisen Breydenbachs mitmachte und auf dessen Buche als der Drucker genannt wird, in letzterer Eigenschaft sonst nichts kennt, so dürfte die Annahme, dass Rewich nur der Herausgeber und Peter Schöffer der Drucker und Erfinder der Schrift sei, manches für sich haben. Andernfalls müsste man annehmen, was ja nicht als einziger Fall dastehen würde, dass Breydenbach als reicher Mann für dieses Werk eine eigene Druckerei von Schöffer hätte einrichten lassen. Woher der Name „Schwabacher“ stammt, ist ebenfalls nicht ermittelt. Die Anwendung der Schrift als Werkschrift hält sich bis in die Mitte des xvi. Jahrhunderts und man verwandte sie ebensowohl zu lateinischen wie zu deutschen Texten. Später unterlag sie mancherlei Änderungen, die sie der Fraktur näherführten. Als Auszeichnungsschrift findet die Schwabacher noch bis gegen die Mitte unseres Jahrhunderts Verwendung. Dann kam sie in Vergessenheit, um in neuester Zeit wieder als Buchschrift aufzuleben.

Schöffer in Paris.

Bald hätte noch ein neuer schwerer Verlust das Schöffersche Geschäft getroffen. Das Bücherlager, welches Fust nach Paris gebracht hatte, wurde, nachdem Schöffers dortiger Faktor Hermann von Stathoen ebenfalls 1475 gestorben war, als herrenloses Gut vom Fiskus in Besitz genommen. Zur Wiedererlangung seines Eigentums reiste Schöffer selbst nach Paris, erreichte auch glücklich sein Ziel und ernannte Conrad Henlif[3] zu seinem Faktor. Schöffer kann eigentlich als der erste Sortiments-Buchhändler betrachtet werden, da er nicht allein mit seinen eigenen Druckwerken Handel trieb, sondern auch die Erzeugnisse anderer Drucker verkaufte.

Schöffers Tod.