[27] Die Behauptung, dass dies nicht Merseburg sei, sondern Mörsburg am Bodensee, hat sich längst als unbegründet erwiesen.

[28] Dr. G. Wustmann in seiner Schrift: „Die Anfänge des Leipziger Bücherwesens“, 1879, hält dafür, dass die Kunst schon vor Friesner geübt wurde.

IV. KAPITEL. [[←]]

DIE VERBREITUNG DER BUCHDRUCKERKUNST IM AUSLANDE.

Italien: Subiaco und Rom. Venedig. Foligno. Mailand. Florenz. Spanien und Portugal. Frankreich: Paris. Lyon. Die Niederlande: Die Histoires. Colard Mansion. England: William Caxton. Skandinavien: Dänemark. Schweden. Die slawischen Länder. Ungarn. Die Türkei.

Die Verdienste
der Italiener.

VOR allen fremden Ländern gebührt ITALIEN der hohe Ruhm, die Buchdruckerkunst zuerst aufgenommen, sie wesentlich verbessert, vervollkommnet und in edelster Weise verwendet zu haben, und mit diesem Ruhm, den man den Italienern in vollstem Masse zollen muss, könnten sie wohl zufrieden sein. Wenn sie jedoch noch im Jahre 1868 soweit gingen, ihrem Landsmann Pamphilo Castaldi als dem Erfinder der Buchdruckerkunst in seinem Geburtsorte Feltre ein Denkmal zu errichten, so verfielen sie aus missverstandenem Patriotismus in einen Irrtum, zu dessen Entschuldigung sich noch bei weitem weniger sagen lässt, als für die Ansprüche der Holländer.