Das älteste Druckpapier war stark geleimt, kräftig aber hart, und verschieden in der Stärke, so dass gewissenhafte Druckereien das Papier nach Stärke, wie auch nach Färbung, sortierten. Die rauhe Oberfläche war dem Druck nicht günstig und das Satinieren und Glätten war unbekannt. Man machte bald die Erfahrung, dass das ungeleimte Papier nicht allein billiger, sondern auch zur Aufnahme der fetten Druckfarbe zweckdienlicher sei, als das geleimte.
Neue und alte
Drucke vergli-
chen.
Aus dem gesagten geht hervor, dass wir jetzt vollkommenere Werkzeuge und besseres Material haben. Es wird schneller, billiger und mit grösserer Akkuratesse und Eleganz, mit mehr Rücksicht auf die Bequemlichkeit des Lesers und mit weit mehr Abwechselung für das Auge gedruckt, so dass die alten Drucke im allgemeinen doch nicht den Vergleich mit den neuen aushalten. Vieles, was bei den alten Drucken uns fesselt, ohne dass wir uns stets genaue Rechenschaft von dem Grund ablegen können, beruht sicherlich auf dem Umstand, dass sich in der ersten Zeit Schriftgiesser, Buchdrucker, Verleger in einer Person vereinigten. Hierdurch entstand eine einheitliche Durchführung; man möchte fast sagen, es macht sich eine ausgeprägte Persönlichkeit in dem Werke geltend, so dass man schon beim Aufschlagen eines Buches sofort weiss, mit wem man zu thun hat, und sich wie zuhause fühlt.
Sind nun auch die technischen Verbesserungen grossartig, so ist die Arbeit des Typographen in ihrem Wesen dieselbe geblieben. Die Druckweise Gutenbergs ist nicht veraltet und weder durch die Lithographie, noch durch die Photographie, noch durch irgend ein anderes Verfahren der Neuzeit in Schatten gesetzt; ihr gehört immer noch die Führung der graphischen Künste, und sie wird ihr wohl auch für die Zukunft bleiben.
Die Anfänge der
Buchbinder-
kunst.
In engster Verbindung mit der Buchdruckerkunst stand die BUCHBINDERKUNST[7], und es konnte von einer solchen eigentlich erst nach der Entstehung des gedruckten Buches die Rede sein. Die ältesten handschriftlichen Denkmale sind nicht in Bogen-, sondern in Rollenform, indem man ein Blatt an das andere der Länge nach klebte und das Papier nur einseitig beschrieb, sie konnten also auch nicht gebunden werden, sondern mussten als Rolle (volumen) behandelt werden. Nach der Erfindung des Pergaments trat ein anderes Verfahren ein, man faltete die Pergamentblätter, beschrieb sie auf beiden Seiten und bildete Lagen, gewöhnlich aus vier Doppelblättern bestehend. Diese wurden auf schmale Streifen Pergament geheftet und mit einem Stück Pergament umgeben, von welchem das obere Blatt öfters breiter geschnitten war, als die anderen Blätter, so dass es wie die Klappe einer Brieftasche die eingelegten Blätter schützte.
Die Diptychen.