Unter den Philosophen und Naturforschern stand Aristoteles begreiflicherweise obenan. Seine Werke erschienen, jedoch sehr entstellt, in lateinischer Übersetzung nach syrischen oder arabischen Bearbeitungen; eine vollständige lateinische Ausgabe nach dem Originale erblickte erst 1473 das Licht durch Andreas de Asola in Venedig; die erste Original-Ausgabe brachte Aldus Manutius (1495-1498) in 5 Bänden; Plato fand erst später Anerkennung.

Auch die Historiker, Geographen und Mathematiker der Alten wurden verbreitet. Bemerkenswert sind namentlich die Ausgaben des Ptolomäus mit 27 grossen in Kupfer gestochenen Karten von Arnold Buckink e Germania und des Euklid in der prachtvollen Ausstattung durch Ratdolt (1482).

Die Reise-
beschreibung.

Dass die Typographie sich auch der neuen Erd- und Reisebeschreibung zuwendete, war schon durch die einflussreichen Ereignisse der Kreuzzüge und der grossen Entdeckungen gegeben. Die Kreuzzüge hatten nicht nur die Streiter für die Kirche massenhaft in Bewegung gesetzt, sondern auch manche friedliche und wissbegierige Reiselustige, Minstrels und auch Abenteurer aller Art wurden nach dem Orient gelockt. Dadurch entstanden nicht nur jene romantischen Legenden von dem heiligen Lande, von den Heldenthaten und Abenteuern der Ritter, sondern auch Beschreibungen von Reisen und Erlebnissen auf letzteren. Öfters gingen auch Gesandtschaften an die Herrscher Asiens. Berühmt geworden vor allen Reisenden in Asien ist der Venetianer Marco Polo. Eine italienische Ausgabe seiner Reisen ist erst aus dem Jahre 1496 bekannt; ob eine frühere existierte, weiss man nicht, eine deutsche, nach einer lateinischen Ausgabe veranstaltete Übertragung war schon 1477 vorhanden. Die Reise Bernh. Breydenbachs fand grossen Anklang.

Die Entdecker.

Eine noch grössere Bedeutung für die geographische Litteratur als die Kreuzzüge hatten die grossen Entdeckungen von Christoph Columbus, Amerigo Vespuzzi, Fernando Cortez in Amerika, sowie von Vasco de Gama, Albuquerque in Afrika und Indien. Berichte über diese Entdeckungen lieferten teils die Entdecker selbst, teils Andere. Bedeutend für die Kosmographie und die Kartographie war Martin Behaim aus Nürnberg (1436-1507).

Die Chroniken.

Weniger anziehend waren die Erscheinungen auf dem Gebiete der Geschichte. Die Annalen und Chroniken waren meist trockene kritiklose Aufzählungen von Daten, oder mehr oder weniger dichterisch ausgeschmückte Erzählungen von den Heldenthaten der Ritter. Durch ihre reiche Illustrierung epochemachend war die Schedelsche Chronik.

Die juristische
Litteratur.

Unter den Werken der Jurisprudenz waren namentlich die Institutiones juris Justiniani, zuerst von Schöffer 1468 gedruckt, welche in zahlreichen Ausgaben verbreitet wurden.