Hans Springin-
klee.

Hans Springinklee, geboren zu Nördlingen 1470, entwickelte für die graphischen Fächer eine grosse Thätigkeit. Er zeichnete 60, durch seelenvolle Innigkeit sich auszeichnende Bilder zu dem Hortulus animæ, der zuerst 1516 und dann in mehreren schnell auf einander folgenden Auflagen bei Koberger erschien. Er arbeitete auch mit an den Illustrationen zu dem Weisskunig und an verschiedenen Unternehmungen Dürers, dessen Art er sich innig anschloss. Auch grössere Einzelblätter hat man von ihm.

Erhard Schön.

Erhard Schön war ein Mitarbeiter Springinklees bei dem Hortulus animæ (ob auch bei Dürers Werken ist nicht bekannt), lieferte auch die zwölf Apostel und 24 Blatt Heilige. Er war Verfasser eines Lehrbuches: „Unterweysung der Proportion und Stellung der Bossen (Modellfiguren)“ mit einer Anzahl gut gezeichneter Köpfe und Körper in verschiedenen Lagen mit Konstruktionsnetzen; geschätzt sind von Sammlern seine Spielkarten. Er starb zu Nürnberg 1550.

Pencz und die
Beham.

Georg Pencz, Hans Sebald Beham und Barthel Beham sind Namen, die nicht allein durch die Gemeinsamkeit der Kunstübung, sondern auch durch die gemeinsamen Schicksale unzertrennlich geworden sind.

Alle drei lernten in Nürnberg und erhielten in jungen Jahren die Meisterschaft (ob in der Werkstatt Dürers ist nicht bekannt), jedenfalls gehörten sie alle zu seinen begabtesten Nachfolgern. In jugendlicher Schwärmerei wurden sie erklärte Anhänger des Thomas Münzer, der anfangs der zwanziger Jahre nach Nürnberg kam. In einen Prozess wegen Verbreitung deistischer und sozialistischer Ansichten verwickelt, mussten die drei Maler ihrer Vaterstadt den Rücken kehren.

Georg Pencz.

Pencz wurde nach einem Jahr begnadigt und später sogar Ratsmaler. Er war ein vorzüglicher Kupferstecher in einer neuen Manier, die sich nicht mit den einfachen Strichlagen Dürers begnügte, sondern nach italienischen Vorbildern malerische Wirkung durch Licht und Schatten und durch Abstufung der Töne zu erreichen suchte. Er liebte es, zusammenhängende Folgen von Blättern zu liefern, z. B. die Geschichte Abrahams, Josephs; 25 Blatt aus dem Leben Jesu. Vorzugsweise wandte er sich Folgen aus dem klassischen Altertum zu, als z. B.: „berühmte Liebespaare“, „Beispiele der Standhaftigkeit“, „unglückliche Frauen“. Man besitzt von ihm 126 Blätter: Er starb 1550, hinterliess aber, trotz fleissigen Arbeitens, die Seinen in grosser Dürftigkeit.

Hans Sebald
Beham.