Urse Graf.
Tobias Stimmer.
Ein besonderer Glücksstern ruhte über Basel. Hier wirkte zuerst Urse Graf (geb. 1470, gest. 1530), von dessen Zeichnungen manche nicht hinter denen Dürers und Burgkmairs stehen (Leben Christi in 24 Bl.); dann Tobias Stimmer (geb. zu Schaffhausen 1534), dessen „Newe künstliche Figuren biblischer Historien“ (1576) Rubens als eine Schatzkammer der Kunst bezeichnete. Stimmer starb um das Jahr 1590.
Basels grösster Stolz ist jedoch Hans Holbein der jüngere dessen Vater Hans, ein Maler von Verdienst, aus Augsburg stammend, um das Jahr 1495, in welchem der Sohn geboren wurde, nach Basel zog.
Hans Holbein d. j.
Die erste bedeutendere Holzschnitt-Arbeit Holbeins ist „Mucius Scävola und Porsenna“. Das Werk des englischen Kanzlers Thomas Morus, ‚Utopiaʻ, welches bei Joh. Froben in Basel erschien, war Veranlassung für Holbein, mit Erasmus in Berührung zu kommen, der ihn dem Kanzler empfahl, durch dessen Vermittelung er als Hofmaler Heinrichs viii. in das Schloss Whitehall zog, wo er seine unvergleichlichen Bildnisse malte und zeichnete und 1543 starb. Basel besuchte er in den Jahren 1529 und 1539[8].
Holbein lieferte, abgesehen von seinen Alphabeten, über 300 Zeichnungen für den Holzschnitt, darunter Randverzierungen, Titelblätter, Buchdruckerzeichen u. dgl. Seine drei in der Geschichte der Holzschneidekunst unübertroffen dastehenden Werke sind: „Das lateinische Totentanzalphabet“, „Der Totentanz“ und „Die Bilder zur Bibel“.
Das Totentanz-
Alphabet.
„Das Totentanzalphabet.“ Auf Blättern von nur 24 Millimeter in Quadrat hat es Holbein verstanden in Verbindung mit Initialen Gruppen zu komponieren, von welchen jede eine Scene darstellt, wie der Tod den Menschen in jedem Alter und in jeder Lebensstellung erfasst. Die Zartheit des Stiches, die Reinheit der Linien veranlassten Kenner, hierin eher Hochschnitte in Kupfer als Holzschnitte zu suchen. Die 24 Vignetten, auf ein Blatt gedruckt, sind nur in ganz wenigen Exemplaren vorhanden; auf zwei davon wird Hans Lützelburger als der Formschneider angegeben. Was aus den Originalen geworden, weiss niemand, kopiert sind sie vielmals. Loedel in Göttingen hat sie vortrefflich nach dem schönen Exemplar in Dresden gestochen.
Der Totentanz.
„Der Totentanz.“ Noch berühmter ist der Totentanz, der in dreizehn Ausgaben existiert. Früher hielt man dafür, dass die erste gedruckte Ausgabe von den Originalstöcken, welche eine Höhe von nur 6 ctm. 5 mm. und eine Breite von 5 ctm. haben, in Lyon erschienen sei, neuere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass wenigstens die zwei ersten Ausgaben aus Basel stammen und dass wahrscheinlich erst die vierte aus der Offizin der Gebr. Trechsel in Lyon herrührte. Dass die Schnitte in Basel hergestellt wurden, dürfte ebenfalls zweifellos sein; in Lyon waren damals keine, dieser Aufgabe gewachsenen Holzschneider. Man schreibt sie dem, mit dem Namen Holbein so eng verknüpften Formenschneider Hans Lützelburger, genannt Franck, zu. Die iv. bis xi. Ausgabe wurde in Lyon; die xii. in Basel; die xiii. wieder in Lyon gedruckt. Die viii. Ausgabe und die folgenden haben statt 41 Blätter deren 53. In dem Hin- und Herwandern der Holzschnitte liegt nichts befremdendes; ein solches fand öfters statt.