Ein merkwürdiges Buch ist die von Grüninger gedruckte Logica memorativa, ein Lehrbuch der Logik des Thomas Murner in Krakau in Form von Spielkarten. Die erste Auflage war in Krakau erschienen; der Verfasser erlitt als Zauberer den Flammentod. Auch zwei grosse illustrierte Ritterromane erschienen bei Grüninger, die wahrhaftige Historie von Hug Schapler, einem Fleischersohn, der die Krone Frankreichs errang (als Hugo Capet) und die Geschichte einer französischen Königstochter, die nach vielem Unglück Königin von England wurde. 1503 erschien bei ihm: Hortulus animæ mit 57 Holzschnitten von Hans Springinklee und Erhard Schön.
Joh. Knoblauch.
Johann Knoblauch brachte 1508 eine „Passion“ mit 25 Blatt von Urse Graff, ferner Geiler von Kaisersbergs „Granatapfel“, von Hans Baldung illustriert.
Bedeutende
Drucker.
Ausser den Genannten druckten noch Joh. Scott, Wendelin Richel, Reichart Beck, Bernh. Jobin u. a. viele illustrierte Ausgaben. Besonders nennenswert sind Jobins: Icones illustrium virorum, recensente Nic. Reusnero, 1587, mit Zeichnungen von Tob. Stimmer. Zu HAGENAU waren Heinr. Grau und Theodor Anselm unternehmende Verleger, die mit auswärtigen Künstlern von Rang, z. B. mit Hans Schaeuffelein, in Verbindung standen. Ein Elsasser Formenschneider, Jakob von Strassburg, gab 1503 in Venedig den „Triumphzug Cäsars“ in 12 Folioblättern heraus.
Peter Pilgrim.
Das Auftreten der Renaissance in Strassburg beginnt mit Joh. Wächtlin, genannt Pilgrim oder der Meister mit den gekreuzten Pilgerstäben, der Maler und Formenschneider zugleich gewesen sein soll. Er zeichnete sich namentlich durch den xylographischen Farbendruck aus. Mit dem „Clair-obscur-Druck“ sollte durch zwei oder drei Holzstöcke mit verschiedenen Farben die Wirkung der damals sehr beliebten Federzeichnungen auf farbigem Papier mit weiss aufgesetzten Lichtern erreicht werden. Der Ursprung gehört jedenfalls Deutschland, in der Weiterbildung war jedoch bald Italien voran.
Basel.
Nur wenige Städte haben auf eine so glanzvolle Druck-Periode zurückzublicken, wie BASEL auf seine in der ersten Hälfte des xvi. Jahrh. Selten haben Wissenschaft, Kunst und Technik brüderlicher zusammen gewirkt, als dort. Namentlich ist es das Dreigestirn Froben, Petri und Oporinus, welches einen hellen Glanz verbreitet.