Joh. Froben.


Johannes Froben (geb. um 1460, gest. im Okt. 1527) stammt aus Hammelburg in Franken. Er bezog die Universität zu Basel und bekam durch die Bekanntschaft mit Ammerbach, in dessen Offizin er als Korrektor arbeitete, Lust zur Buchdruckerei. Im Jahre 1491 fing er seine Thätigkeit mit dem Druck einer Bibel in höchst zierlicher Schrift an. Seine Hauptwirksamkeit beginnt aber erst von der Zeit, als Erasmus 1514 nach Basel zog und seine Wohnung im Frobenschen Hause aufschlug, wo er mit wenigen Unterbrechungen bis zu seinem Tode weilte. Erst mit vier, dann mit sieben Pressen druckte er über dreihundert, meist sehr bedeutende Werke, darunter die erste griechische Ausgabe des Neuen Testaments.

Das Verhältnis zu Erasmus erweckte grossen Neid unter Frobens Kollegen; aber nicht nur mit dem Neide, sondern auch mit dem Nachdruck und anderen geschäftlichen Sorgen hatte er zu kämpfen. Neben den Vorteilen, welche die Verbindung mit Erasmus ihm brachte, musste er den Nachteil mit in den Kauf nehmen, dass Luthers Schriften, die vorzugsweise nachgefragt wurden, und alle anderen Schriften in den Hintergrund drängten, von seiner Druckthätigkeit ausgeschlossen blieben, während sein Kollege, Adam Petri, der Luther-(Nach-)drucker Basels wurde.

Frobens Schick-
sale.

Trotz aller Thätigkeit erwarb Froben kein Vermögen. Eine nicht gut geregelte Wirtschaft und die Ausgaben, die er auf seine Druckwerke, namentlich auf eine sorgfältige Korrektur derselben, verwendete, waren zu gross. Als Korrektoren, oder „Kastigatoren“ wirkten für ihn, ausser Erasmus, namentlich sein Schwiegervater Wolfgang Lachner, dann Marc. Heiland, Wolfg. Musculus und Joh. Oecolampadius. Zu den Titeln liess er sich meist Zeichnungen von Hans Holbein d. j. und Urse Graff liefern. Froben verlor sein Leben infolge eines Falles von einer Leiter. Die Vollendung seines Lieblingswerkes, der schönen Ausgabe des Augustinus, welche er im Verein mit Ammerbach und Petri angefangen hatte, sollte er nicht erleben, aber sein treuer Freund Erasmus that alles, damit die Ausgabe im Interesse der Kinder Frobens rasch gefördert wurde. Der Sohn Hieronymus Froben (geb. 1501, gest. 1563) hielt das Verhältnis zu Erasmus aufrecht, der in Frobens Hause „Zur Luft“ im Jahre 1536, siebenzig Jahre alt, starb. Hieronymus druckte später im Verein mit seinem Schwager Nikolaus Episcopius d. ä. (Bischoff) und seinen Söhnen Ambrosius und Aurelius Froben eine Reihe von bedeutenden Werken[7].

Familie Petri.

Johannes Petri, zu Langendorf an der Saale 1441 geboren, ward 1488 Bürger von Basel. Er druckte nur wenige Bücher allein, die meisten gemeinschaftlich mit Ammerbach und Froben. Er brachte seinen sechsjährigen Neffen Adam Petri (geb. 1482, gest. um 1525), der nach Johannes' Tod (1511) das Geschäft übernahm, mit nach Basel. Die Reformatoren, namentlich Luther, wurden gute Beute für seine Pressen. Blitzschnell folgten seine Nachdrucke den Originalen auf dem Fusse. Luthers Neues Testament erschien im Sept. 1522; im Dez. war schon der Nachdruck Petris da. Er machte bessere Geschäfte als sein Freund Froben und scheint trotz seiner reformatorischen Druckthätigkeit gut katholisch gesinnt gewesen zu sein, wenigstens stand er in dem besten Verkehr mit den Kartäusern. Für die künstlerische Ausschmückung seiner Druckwerke arbeitete namentlich Hans Schaeuffelein. Der Sohn Heinrich Petri (geb. 1508, gest. 1579) studierte erst die Medizin, übernahm jedoch später die Druckerei und führte sie mit Eifer fort. Vom Kaiser Karl v. wurde er in den Ritterstand erhoben.

Die Druckthätigkeit seiner Nachfolger war seit 1620 nur eine geringe, doch bestand die Firma noch 1660. Durch verschiedene Hände kam die Offizin schliesslich in die Thurneisens und Schweighausers.

Joh. Oporinus.