Verschiedene Pariser Offizinen.
Unter den tüchtigen Firmen seien noch wenigstens kurz erwähnt: C. Motteroz, der sich auch schriftstellerisch durch sein Werk über die chemischen Illustrations-Verfahren[114] verdient gemacht hat und unter Zuhülfenahme aller graphischen Künste viele Accidenzarbeiten für die grossen Magazine in Paris ausführt; Emile Martinet, bekannt durch sein seit 1872 bestehendes Internat für Setzerinnen in Puteaux; Georges Chamerot, Nachfolger von Firmin Didot, der schöne illustrierte Ausgaben lieferte; Wittersheim & Co., deren Zeitungsdruckerei von der Regierung angekauft wurde; Lahure, der mit 40 Schnellpressen und 18 Handpressen viele illustrierte Werke druckt; Dumaine, der die Arbeiten des Kriegs- und des Marineministeriums liefert und selbst einen grossen Verlag von Militaria, Rang-, Quartierlisten etc. hat; die Société de publications périodiques, welche, von Panckoucke unter der Firma Société du Moniteur et de l'Encyclopédie méthodique gegründet, unter der Direktion von Paul Dalloz einen bedeutenden Aufschwung genommen hat und eine grosse Zahl von Zeitungen druckt.
Offizinen der Provinz.
Unter den Offizinen ausserhalb Paris finden sich, abgesehen von den schon erwähnten von Mame und Berger-Levrault, noch manche von Bedeutung. Ganz besonders hervorzuheben sind die Firmen L. Danel in Lille und F. C. Oberthur in Rennes. Erstere, seit dem Ende des XVII. Jahrhunderts bestehend, arbeitet mit 33 Maschinen, 26 Handpressen und 450 Arbeitern, alle graphischen Nebengewerbe in ihren Räumen vereinigend, die, nach einem totalen Brand 1871, höchst zweckmässig neu aufgeführt wurden. Der Hauptzweig ist Congrevedruck und die Firma liefert für den Handel und die Fabrikation eine enorme Zahl von Accidenzien. Um seine Tüchtigkeit im chromographischen Druck zu zeigen, hatte Danel zur Ausstellung 1878 ein Werk Voyage dans un grenier geliefert. Oberthurs Offizin hat ungefähr dieselbe Ausdehnung wie die Danels und ist 1874 neu aufgebaut; sie versorgt Frankreich namentlich mit Agenden, Kalendern und ähnlichem.
Zu erwähnen sind unter anderen noch Oudin Frères in Poitiers mit umfangreichen Verlagswerken als: Historiens des Gaules und Les Châteaux historiques de France mit in den Text gedruckten Radierungen; Allier Père & Fils in Grenoble mit dem Armorial et nobiliaire de l'ancien duché de Savoie; Capoulaud Frères (seit 1607) in Limoges, welche kleinere Stadt in der Bücherproduktion mit 466 Werken in einem Jahre gleich nach Paris mit 2286 kommt, während das einst graphisch so bedeutende Lyon nur 134 Werke, Bordeaux nur 49 aufwies. In Toulouse sind J. M. Sirven und P. Privat, in Caen F. Leblanc-Hardel, in Mans Monnoyer bemerkenswert.
Drucker und Verleger illustrierter Werke.
Unter den Herstellern der ausserordentlich zahlreichen illustrierten Werke, die in Paris erschienen sind, Verlegern sowohl als Buchdruckern, befinden sich hervorragende Männer. Wie das Pressgewerbe sich gestaltet hat, ist es oft schwer zu sagen, wem der Ruhm für die schöne Ausstattung am meisten gebührt, dem Verleger, der die Herstellung in allen Details mit Sachkenntnis und Geschmack anordnet, oder demjenigen, der den Druck übernimmt. Nicht selten sind die Fälle, dass der Verleger erst den Ruf eines Druckers macht, der anfänglich nur unwillig sich von dem Schlendrian und dem Alltäglichen abbringen lässt, vielleicht gar den Verleger verwünscht, der ihn zwingt, ein guter Drucker zu werden. Oft teilen sich beide, Verleger und Drucker, in die Ehre, und so sollte es immer sein, wenn nicht Verleger und Drucker in einer Person vereinigt sind.
Ch. Furne.
Noch produktiver als der obenerwähnte Fournier war Charles Furne, erst Angestellter im Zollfach, dann seiner Leidenschaft für schöne Bücher nachgebend, ein unternehmender Bücherproduzent. Den Text zu dem von ihm verlegten Don Quixote hatte er selbst übersetzt. Wie es in Paris so oft der Fall war, ging das Geschäft 1836 in eine Aktiengesellschaft über, deren Direktor Furne wurde. Eine der vorzüglichsten Leistungen der jetzigen Firma Furne, Jouvet & Co. ist Michauds Histoire des Croisades, illustriert von G. Doré, in Folio.