J. P. Migne * 1800.

Eine merkwürdige Erscheinung ist der Abbé J. P. Migne. Er wurde 1824 Priester, nahm jedoch anlässlich einer Differenz mit dem Erzbischof seiner Diözese seine Entlassung und ging nach Paris, wo er das Journal L'Univers gründete, welches er 1836 verkaufte. In Petit-Montrouge vor den Thoren von Paris gründete er eine Buchdruckerei, um katholische Werke zu drucken. Die Anstalt gewann eine grosse Ausdehnung und umschloss vom Schriftsteller ab bis zum Buchbinder alle Persönlichkeiten und alle technischen Apparate, die zur Herstellung des Verlags des Instituts notwendig waren. Die Sammlungen der Kirchenväter- und anderer älterer theologischen Schriftsteller zählen nach hunderten von Bänden.

In ähnlicher Richtung wie Migne wirkten Gaume Frères.

Eug. Belin.

Im Unterrichtsfache weist der Buchdrucker und Verleger Eugène Belin mehr als 1000 Werke auf. Armand Collin & Co., eine Firma neueren Datums (1870), liefert Schulatlanten in Farbendruck zu sehr billigen Preisen. Ch. Delagrave hat, unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner, das Institut géographique de Paris gegründet, aus welchem Brues Atlas universel, von E. Levasseur revidiert, hervorging. Er verlegte ferner viele biographische und technische, reich illustrierte Dictionnaire, grosse Wand- und Reliefkarten, Globen etc.

P. Ducroq (1836) war einer der ersten, die für Bildungswerke die Illustration mittels Stahlstichs im Verein mit Holzschnitten einführten. Seine Bibliothèque des familles in Bänden zu 2 Franken ist sehr beliebt. Delarue giebt gute Klassiker-Ausgaben zu billigen Preisen heraus.

Eine Spezialität aus liturgischen und archäologischen Werken macht die Société générale de librairie catholique und sie sucht die belgische Produktion nach dieser Richtung hin aus dem Felde zu schlagen. In ihrem Verlag erscheint auch eine Ausgabe der Acta sanctorum der Bollandisten; ferner der Recueil des historiens des Gaules et de la France; die, 1626 begonnene, Gallia christiana, auch Werke im alten Stil mit kunstreichen Einfassungen, als: Notre-Dame de Lourdes und Christoph Colombe, werden dort gedruckt.

Unter den grossen Nachschlagewerken müssen genannt werden: Die Biographie universelle (1811) von J. und L. G. Michaud, 84 Bände; W. Ducketts Dictionnaire de la conversation, 68 Bände (1812–1814); ein ähnliches Werk erschien in 52 Bänden bei Belin-Mandar. Als ein seltenes Beispiel der grossen Verbreitung eines gelehrten Werkes steht die bei diesem Verleger (1838) erschienene Konkordanz von Dutripont da, lateinisch geschrieben, ein in 28000 Expl. verkaufter Quartband von 200 Bogen in dreispaltigem Satz.

Ein Sammelwerk von grossem Umfang war Collection Baudry, zahllose deutsche, italienische, spanische und andere schönwissenschaftliche Werke, leider allerdings lauter Nachdrucke, enthaltend. Als die Franzosen so heftig über die Brüsseler Nachdrucker herfielen, hätten sie nicht vergessen sollen, dass sie es selbst nicht besser gemacht haben. Dass die grossen Ausgaben der deutschen Klassiker, die bei Tetot erschienen, keinen Erfolg hatten, beweist nicht den Mangel an gutem Willen zu schädigen.